Kommentar

Wer schreibt hier zukünftig?

Können Sie sich vorstellen, dass Computer Gedichte schreiben? Künstliche Intelligenz (KI) macht einiges möglich.

Können Sie sich vorstellen, dass Computer Gedichte schreiben? Oder fragen wir anders: Stammt die Lyrik auf dem Bild aus der Feder eines Menschen oder tippte sie ein Computer?

Stammt das Gedicht „Sonnenblicke auf der Flucht“ aus der Feder eines Menschen oder ist künstliche Intelligenz der Urheber? (Bildquelle: B. Lütke Hockenbeck)

Das Gedicht „Sonnenblicke auf der Flucht“ entstand 2018 und ist tatsächlich die Schöpfung künstlicher Intelligenz. Pfiffige Österreicher fütterten ein Programm mit Werken von Schiller und Goethe, brachten ihm einen Algorithmus bei und befahlen ihm, ein Gedicht zu schreiben. Doch damit nicht genug: Die Mitarbeiter der ­Kreativagentur reichten „ihr“ Werk anonym bei einem Wettbewerb der Brentano-Gesellschaft ein. Der Text wurde ausgewählt und schaffte es in den Jahresband „Frankfurter Bibliothek“.

Künstlich intelligente Systeme können Texte verfassen, auch wenn es den Ergebnissen laut Branchenkennern bis jetzt oft an Sinnhaftigkeit mangelt. Noch scheinen wir Schreiberlinge aus Fleisch und Blut also eine Daseinsberechtigung zu haben.

Möglicherweise müssen aber alle, die in Zukunft schreiben und veröffentlichen wollen, an „Lisa“ vorbei. Die Software eines Hamburger Start-ups soll belletristische Texte analysieren und ihren Bucherfolg voraussagen können. Laut Aussage der Entwickler braucht sie dazu nur 30 Sekunden. Eine halbe Minute, um die Arbeit mehrerer Monate oder gar Jahre zu beurteilen – welch’ Arbeitserleichterung für jeden Verleger!

Wünscht sich nicht jeder von uns, unabhängig seiner Profession ab und an solch eine Technologie, die mehr Zeit für die schönen Dinge im Leben ermöglicht? Gerade jetzt, wo das Leben wieder Fahrt aufnimmt und jeder Tag zu kurz erscheint.

Doch noch ist künstliche Intelligenz in vielen Bereichen Zukunftsmusik. In ihr schlummert das Potenzial, unser Leben zu verändern. Sie bietet Chancen und ist gleichzeitig mit Unwägbarkeiten behaftet, die Angst machen können. Und trotzdem klingt es fast wie im Märchen. Mit dem Unterschied, dass die Geschichte nicht mit dem bekannten „Es war einmal ...“ beginnt, sondern eher mit: „Es wird einmal ...“. Das gilt auch für unsere weiteren Artikel zur künstlichen Intelligenz.

Selbstfahrende Autos, sprechende Roboter und Gesichtserkennung: Das sind allesamt Beispiele für Künstliche Intelligenz. Die neue Technologie birgt Chancen sowie Risiken.

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