Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände

Wirtschaftlichkeit in der Schafhaltung

Die wirtschaftliche Situation gefährdet die Existenz vieler Schafhalter. Etliche Schäfer können ihre Vollkosten nicht decken.

Die Rahmenbedingungen für Schafhalter werden immer schwieriger: Landwirtschaftliche Flächen sind knapp, Pachtpreise hoch, Lammfleisch kommt aus Neuseeland. Hinzu kommt, dass Schäfer ihre Kosten kaum decken können. Dabei stammen rund 60 % des Gesamterlöses aus öffentlichen Zuwendungen. Das Resultat: Viele Schäfer zahlen sich selbst nur einen geringen Lohn für ihre Arbeit. „Insgesamt ist die wirtschaftliche Situation vieler Schafhalter existenzgefährdend und zum Teil sogar dramatisch“, fasste Prof. Dr. Stanislaus von Korn die Ergebnisse seiner Studie bei der gestrigen Pressekonferenz der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) zusammen.

Keine Vollkostendeckung

In seiner Studie untersuchte von Korn, der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, die wirtschaftliche Situation in der deutschen Schafhaltung. Dabei nutzte er eine Datensammlung von 730 Betrieben. Die durchschnittliche Herdengröße lag bei 611 Mutterschafen je Betrieb. Erstaunlich sei, dass es sich bei 88 % der bewirtschafteten Flächen um Pachtflächen handelt, so von Korn. Dabei sei nicht klar, ob die Flächenprämie an den Schäfer oder den Flächenbesitzer gehe.

Die Ergebnisse der Studie besagen, dass der durchschnittliche Erlös pro Lamm bei 97,70 € liegt, bei einem Preis von 2,50 €/kg Lebendgewicht. Die Erträge aus der Schafhaltung liegen ohne öffentliche Zuwendungen bei 106 €, mit öffentlichen Zuwendungen bei 160 € pro Mutterschaf und Jahr. Der Gesamterlös liegt im Schnitt bei 270 € pro Mutterschaf und Jahr. „Das bedeutet etwa 40 % des Gesamterlöses sind Eigenerlöse, 30 % stammen aus der ersten und 30 % aus der zweiten Säule, inklusive Vertragsnaturschutz“, erklärte der Professor seine Ergebnisse. „Der Gewinn je Mutterschaf liegt mit Prämie bei 55 € und ohne bei Minus 68 €.“ Pro Schaf gehe man mit einem jährlichen Arbeitsaufwand von acht bis zehn Stunden aus. Bei einem Gewinn von 55 € liege der Stundenlohn dann bei 6 €, sagte von Korn.

GAP entscheidend

Alfons Gimber, Vorsitzender der VDL, forderte: „Wir brauchen eine gekoppelte Weidetierprämie von mindestens 30 € pro Mutterschaf oder Ziege.“ Diese komme, anders als die Flächenprämie, direkt beim Schäfer an. Weiter forderte er die Aufstockung von Agrarumweltprogrammen und ein richtiges Wolfsmanagement.

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