Werkverträge adé

Tönnies übernimmt 6000 Mitarbeiter

Das Schlachtunternehmen Tönnies will bis Ende des Jahres 6.000 Mitarbeiter in die Stammbelegschaft übernehmen. Zudem fordert der Branchenprimus einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag.

Die Tönnies Unternehmensgruppe will bis zum Jahresende rund 6.000 Mitarbeiter direkt in der Stammbelegschaft einstellen. Dabei geht es um alle Arbeiter in den Kernbereichen der Schlachtung und Zerlegung, die bisher über Dienstleister angestellt sind und jetzt übernommen werden sollen.

Wenn das Kartellamt grünes Licht gibt, sollen allein bis Ende September rund 1.800 Angestellte vom Werkvertrag direkt in die Unternehmensgruppe wechseln. Weitere 3.200 Mitarbeiter werden zum November direkt angestellt. Bis zum 1. Januar 2021 sollen es rund 6.000 Direkteinstellungs ein. Diese betreffen die Standorte Rheda-Wiedenbrück, Sögel, Weißenfels, Kellinghusen Kempten, Legden, Badbergen und Wilhelmshaven.

Durch die Direkteinstellung solle kein Mitarbeiter wieder bei null anfangen, betont das Unternehmen. Sozialleistungen, Betriebszugehörigkeit usw. würden übernommen. Es soll auch keine neue Probezeit oder Befristung der Verträge für die übernommenen Mitarbeiter geben.

Neben der arbeitsrechtlichen Situation stellt die Integration, die Frage des Wohnraums und der Fluktuation die größten Herausforderungen für das Unter-nehmen dar. „Wir sind in zahlreichen Gesprächen mit kommunalen Vertretern, aber auch sehr konkret einzelnen Haus- und Grundstücksbesitzern, um neue zusätzlichen Wohnraum zu schaffen“, sagt Tönnies-Personalleiter Martin Bocklage. „Zahlreiche Mitarbeiter sind bereit langfristig bei uns zu arbeiten. Dies wollen wir ihnen ermöglichen und sie langfristig binden. Andere wollen jedoch nur für einige Monate Geld verdienen.“

Forderung nach allgemeinverbindlichem Tarifvertrag

Darüber hinaus sucht Tönnies aktuell das Gespräch mit der Gewerkschaft Nahrung, Genuss und Gaststätten. Ziel ist es, einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag zu schließen und so in der gesamten Fleischbranche in Deutschland einen tariflichen Mindeststandard zu schaffen. "Damit bekommen wir Wettbewerbsgleichheit, zumindest im deutschen Markt“, argumentiert Bocklage. Schon heute zahle Tönnies in seinen vier Entlohnungsgruppen in der Produktion Löhne "weit über dem Mindestlohn". Lediglich bei den Hilfstätigkeiten werde noch der gesetzliche Mindestlohn plus Zulage für die Rüstzeiten gezahlt.


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