Rewe-Group will heimische Schweinebauern stärken

Ein Hoffnungsschimmer: Rewe will ab 1. September den Mindestpreis für seine Lieferanten erhöhen. Zudem soll bis Mitte 2022 Frischfleisch ausschließlich aus Deutschland kommen.

Die Kölner Rewe-Group und ihr Discounter Penny wollen bis zum Sommer 2022 rund 95% ihres konventionellen Sortiments an Schweinefrischfleisch auf deutsche Herkunft umstellen und darüber hinaus die garantierten Mindestpreise für die Schweinehalter anheben.

Damit hat sich Rewe als erstes Unternehmen des deutschen Lebensmitteleinzelhandels zur 5-D-Strategie bekannt, von der Geburt der Ferkel bis zur Zerlegung/Verarbeitung des Fleisches.

Beschaffungspreise sollen erhöht werden

Rewe will ab 1. September den Mindestpreis für seine Lieferanten erhöhen. Das Unternehmen zahlt seit Ende vergangenen Jahres einen Einkaufspreis, der dem Marktniveau vor ­Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest entspricht. Damals lag die VEZG-Notierung bei 1,47 €/kg. Durch Vereinbarungen mit Schlachtern und Verarbeitern sei sichergestellt, dass die zusätzlichen Zahlungen bei den Landwirten ankommen. Details zu den Vereinbarungen wollte Rewe jedoch aus wettbewerbs- und kartellrechtlichen Gründen dem Wochenblatt nicht nennen.

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Ermutigendes Signal

Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) wertet den Schritt als „ermutigendes Signal an die vielen Familienbetriebe“. Damit setze die Rewe-Gruppe Maßstäbe für die gesamte Lebensmittelbranche.

Auch WLV-Präsident Hubertus Beringmeier erwartet, dass insbesondere die Ferkelerzeuger vom Bekenntnis zu 5D profitieren werden. Er fordert die übrigen Lebensmitteleinzelhändler auf, ebenso zu reagieren.

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