Milcherzeugung

Niederlande: Verzicht auf strengere Fütterungsvorschriften

Die Milchviehhalter in den Niederlanden müssen doch keine bestimmten Höchstgrenzen beim Eiweißgehalt von Kraftfutter einhalten.

Die Milchviehhalter in den Niederlanden müssen nun doch nicht bestimmte Höchstgrenzen beim Eiweißgehalt von Kraftfutter einhalten. Wie Landwirtschaftsministerin Carola Schouten jetzt in Den Haag mitteilte, wird auf die ursprünglich für September bis Dezember 2020 geplanten Vorschriften zur Verringerung der Stickstoffemissionen verzichtet. Als Begründung führte die Ressortchefin an, dass der Proteingehalt im Raufutter nach einer Analyse der Universität Wageningen aufgrund der Trockenheit in diesem Jahr so gering sei, dass die Landwirte auf proteinreiches Kraftfutter angewiesen seien. In der Folge ließen sich mit den Fütterungsvorschriften die Stickstoffemissionen nicht verringern.

Stickstoff auf andere Weise einsparen

Die nun verworfenen Eiweißobergrenzen für Kraftfutter sollten dem Den Haager Landwirtschaftsministerium zufolge ursprünglich die Genehmigung für den Bau von Wohnungen und einige Straßenprojekte ermöglichen. Die dafür notwendige Stickstoffeinsparung müsse nun auf andere Weise realisiert werden. Dafür sollen nun die im Zuge des laufenden subventionierten Bestandsabbaus der Schweineproduktion voraussichtlich eingesparten Stickstoffemissionen verrechnet werden.

Bei den Landwirten traf die Entscheidung Schoutens auf unterschiedliche Resonanz. Der niederländische Bauernverband (LTO) sah seine beharrlichen Beschwerden und Protestaktionen gegen die aus seiner Sicht praxisfernen Fütterungsvorschriften bestätigt, die ein Symbol für die Regelungssucht und eine übertriebene Detailorientierung des Landwirtschaftsministeriums seien. Am Dienstag dieser Woche hatte der Verband die Ressortchefin noch mit Verweis auf den trockenheitsbedingt niedrigen Eiweißgehalt im Raufutter aufgefordert, auf die neuen Vorgaben zu verzichten. Unterdessen hätten die Landwirte mit ihren Alternativvorschlägen ihren guten Willen gezeigt, die Stickstoffemissionen zu senken, und zwar unter anderem auch durch eine Verringerung der Eiweißmenge im Futter. Der LTO forderte die Ministerin mit Blick auf die nächste Parlamentswahl in den Niederlanden im März 2021 auf, riskante Polarisierungen künftig zu vermeiden. Derweil kritisierte der niederländische Verband der Schweinehalter, dass der eigenen Branche durch die jetzt angepeilte Alternativregelung Stickstoffemissionsrechte verlorengehen würden. Ob dies legal sei, werde nun geprüft.

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