Bundesverband Deutscher Kälbermäster

Kalbfleisch hat Potenzial

Eine positive Position im Markt besetzen - das kann Kalbfleisch mit seinem besonderen Geschmack. Das Motto einer neuen Kampagne der Kontrollgemeinschaft: „Besonders gut. Deutsches Kalbfleisch.“

Kälbermäster haben sich früh entschieden, etwas für die Wertschätzung ihres eigenen Produkts Kalbfleisch zu machen. Deshalb zahlen sie für jedes Kalb einen bestimmten Betrag in die Kontrollgemeinschaft Deutsches Kalbfleisch (KDK) ein. Unter anderem wird mit diesem Geld Werbung für das Produkt gemacht. Die Werbeagentur „husare“ startet aktuell eine Kampagne unter dem Motto „Besonders gut. Deutsches Kalbfleisch.“ Husare-Geschäftsführer Thomas Hans betonte die klare und positive Position von Kalbfleisch auf dem Markt. Dies begründet er mit:

  • dem Geschmack. Dieser ist essenziell bei Lebensmitteln.
  • Qualität und Herkunft aus Deutschland,
  • ernährungs- und gesundheitsrelevante Inhaltsstoffe und
  • einer transparenten Kommunikation durch die KDK.

„Die Zielgruppe der Kampagne sind die Endverbraucher, aber vor allem auch die Einkäufer des Handels“, berichtete Hans.

ITW-Katalog für Kälbermast

Neben den neuen Werbeformaten für Kalbfleisch war bei der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Deutscher Kälbermäster (BDK) vergangene Woche Donnerstag in Saerbeck die Initiative Tierwohl (ITW) Rind Thema. Die Arbeitsgruppe der ITW Rind erarbeitete auch für die Kälbermast einen Kriterienkatalog. „Somit hat auch Deutsches Kalbfleisch Zugang in die Haltungsform 2 des Handels“, sagte Michael Beneke, BDK-Vorsitzender.

In seinen Augen stünde den Mästern die Stufe 2 gut zu Gesicht. „Denn wir werben im Lebensmitteleinzelhandel, in der Gastronomie und bei anderen Kalbfleischvermarktern um die Vorzüge von deutschem Kalbfleisch“, erklärte der Mäster. „Deshalb werben wir, mit 100 % der Betriebe an der ITW teilzunehmen und sich im Jahresverlauf darauf vorzubereiten.“

Weiche Unterlage

Die Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung besagt, dass Kälbern, jünger als sechs Monate, von 2024 an eine weiche Liegefläche zur Verfügung stehen muss. „Wir Kälbermäster bekennen uns zum Einbau der weichen Unterlage und sind von der positiven Wirkung überzeugt“, so Beneke.

Von 2024 an muss Kälbern eine weiche Liegefläche zur Verfügung stehen. (Bildquelle: Schildmann)

Allerdings bereitet ihm die kurze Übergangsfrist Sorgen: „Der Umbau in dieser kurzen Zeit ist für viele Betriebe nicht leistbar. Das Ergebnis: Die ohnehin schon kleine Zahl an Kälbermästern wird weiter geschwächt.“ Eine finanzielle Unterstützung für die Umsetzung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung sei unbedingt nötig. Diese müsse schnell und unbürokratisch anlaufen.

Transportalter Kälber

Die Änderung der Tierschutztransportverordnung beschäftigt die Kälbermäster ebenfalls. Der aktuelle Stand besagt, dass Kälber von 2023 an für den innerstaatlichen Transport ein Alter von 28 Tagen haben müssen, statt wie bisher 14 Tage. Dabei hat die Politik keinen Gedanken an die entstehenden Verwerfungen im europäischen Binnenmarkt verschwendet, ärgerte sich Beneke. Allerdings sei bekannt, dass Niedersachsen erneut eine Bundesratsinitiative zur Verlängerung der Übergangsfristen plant. Der Zeitplan sieht so aus:

  • Abstimmung Agrarausschuss Bundesrat am 20. Juni.
  • Abstimmung Umweltausschuss vom 29. August bis 2. September.
  • Abstimmung Bundesrat am 16. September.

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