Umfrageergebnisse

Jeder zweite Schweinehalter plant den Ausstieg

Der deutschen Schweineproduktion droht ein Strukturbruch. Die Ergebnisse einer ISN-Umfrage erschrecken.

Nicht der Markt, sondern die Politik wirft deutsche Schweinehalter reihenweise aus der Bahn. Auflagenflut, fehlende Planungssicherheit und mangelnder politischer Rückhalt machen die Landwirte mürbe. Jeder zweite will den Betrieb aufgeben, oft schon innerhalb der nächsten zwei Jahre. Zu diesem erschreckenden Ergebnis kommt eine Umfrage der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) aus Juli und August.

1048 Landwirte haben sich beteiligt, die rund 10 % der deutschen Schweine halten – 350 Ferkelerzeuger mit 463 Sauen im Schnitt sowie 698 Mäster mit 2017 Mastschweinen. Wichtig für die Aussagekraft: Alle Teilnehmer haben Namen und Kontaktdaten angegeben. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

  • In den nächsten zehn Jahren wollen bundesweit 60 % der Sauenhalter und 40 % der Mäster aussteigen. In NRW liegen die Zahlen leicht darunter, in den südlichen Bundesländern deutlich höher.
  • Bei etwa jedem sechsten befragten Betrieb ist der Ausstieg bereits eingeleitet oder steht innerhalb der nächsten zwei Jahre bevor.
  • Je kleiner der Betrieb, desto eher denkt er ans Aufgeben. Betriebe bis 150 Sauen wollen zu zwei Drittel in den nächsten fünf Jahren die Stalltür schließen. In der Größenklasse ab 600 Sauen hingegen liegt diese Quote „nur“ bei einem Sechstel.
  • In der Schweinemast ist die Tendenz ähnlich. Während 56 % der Betriebe unter 800 Mastplätzen aussteigen wollen, sind es bei Bestandsgrößen über 2800 Plätze mit 26 % deutlich weniger.
  • Aufstocken wollen nur 6 % der Sauenhalter und 8 % der Mäster.
  • Durch die hohe Ausstiegsquote wird die Tierzahl schrumpfen. Künftig wird es voraussichtlich 25 bis 30 % weniger Sauen und Mastschweine in Deutschland geben.

Wird die Ausstiegswelle zur Erholung der Preise führen? Das kann aus der Vergangenheit nicht bestätigt werden. Der deutsche Sauenbestand ist seit 2013 um fast 363  000 Sauen geschrumpft. Das hatte keinerlei Auswirkungen im EU-Binnenmarkt, da die Spanier im gleichen Zeitraum 382  000 Sauen aufgestockt haben.