Molkereiwirtschaft

FrieslandCampina will Deutschlandgeschäft an Theo Müller verkaufen

Die niederländische Molkereigenossenschaft FrieslandCampina verkauft ihr deutsches Markengeschäft sowie drei Produktionsstandorte an Theo Müller. Für die deutschen Lieferanten soll sich nichts ändern.

Die niederländische Molkereigenossenschaft FrieslandCampina verkauft das Deutschlandgeschäft an Theo Müller. Alexander Truhlar, Sprecher der Unternehmensgruppe Theo Müller, erklärt auf Nachfrage: „Wir bestätigen, dass wir derzeit mit FrieslandCampina erfolgversprechende Gespräche über den Erwerb der Markenrechte und Produkte der Marken Landliebe, Tuffi, Puddis, Südmilch und Mondelice sowie der Produktionsstandorte Heilbronn, Köln und Schefflenz führen.“

Die Zustimmungen der Mitgliederversammlung von FrieslandCampina und der zuständigen Kartellbehörden vorausgesetzt, rechne die Müller Gruppe mit einem positiven Abschluss im Herbst 2022. „Wir sind überzeugt, dass diese Akquisition eine sehr passende Ergänzung unseres erfolgreichen Mopro-Portfolios auf dem deutschen Markt darstellt und einen positiven Beitrag zum Wachstumskurs der Unternehmensgruppe Theo Müller leisten wird“, so Truhlar.

Fokus auf internationale Marken

FrieslandCampina Germany wird sich in Zukunft auf die Vermarktung und den Vertrieb seiner internationalen Marken Valess, Chocomel, seiner Käsemarken sowie der von FrieslandCampina im Ausland produzierten Handelsmarken, wie Käse und Sprühsahne fokussieren, teilt das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Auch werde das Unternehmen sein Professional-Geschäft weiterführen. Außerdem bleibt FrieslandCampina mit Kievit in Lippstadt (NRW) und mit DFE Pharma in Goch (NRW) und Nörten-Hardenberg (Niedersachsen) präsent.

Keine Änderung für deutsche Lieferanten

Die Molkereigenossenschaft werde weiterhin die Milch seiner deutschen Mitglied-Milchviehhalter und Milchviehhalterinnen sammeln und verarbeiten. Für sie gelten weiterhin unverändert die mit der Mitgliedschaft in der Genossenschaft verbundenen Rechte und Pflichten. Außerdem hätten sie auch weiterhin Anspruch auf den FrieslandCampina-Garantiepreis, die Barnachzahlung, die namentliche Rücklage und gegebenenfalls auf etwaige Zuschläge. Der neue Eigentümer werde außerdem die Verträge der deutschen zuliefernden Nichtmitgliedschafts-Milchviehhalter übernehmen, heißt es weiter.

Zustimmung des Mitgliederrats steht noch aus

Die Transaktion unterliegt den üblichen Bedingungen, einschließlich der Zustimmung des Mitgliederrats der Molkereigenossenschaft FrieslandCampina „Am 20. Juni entscheidet der Mitgliederrat über das geplante Vorhaben“, erklärt FrieslandCampina-Sprecherin Stefanie Jankowski gegenüber top agrar. Zu den finanziellen Aspekten der Transaktion treffen die Unternehmen keine Aussagen.

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