DLG-Wintertagung: Flexibilität ist das Gebot der Stunde

Deutsche Schweinehaltung als Auslaufmodell? Nein! Konventionelle Haltungsformen müssen sich aber wandeln – so das Fazit des Impulsforums Schwein auf der DLG-Wintertagung. Doch wie sieht der Schweinestall der Zukunft aus?

Großes Potenzial bietet die Haltung von Großgruppen. Hier können die Buchten für Schweine am attraktivsten gestaltet werden. Verschiedene Beschäftigungsobjekte stehen gleichzeitig mehr Tieren zur Verfügung. Funktionsbereiche lassen sich klarer aufteilen. Beispiel Schweinetoilette: Licht und Tränken animieren Tiere, im vorgesehenen Bereich zu koten. Ein Laufband im Boden trennt Kot und Harn. Die Ammoniakbelastung der Stallluft sinkt um bis zu 80 %.

Wie sieht der Schweinestall der Zukunft aus?

Zum Schweinestall der Zukunft gehören außerdem abwechslungsreiche Bodenmaterialien und unterschiedliche Klimazonen, etwa durch eingestreute Ausläufe. So können Schweine ihr Wühl- und Erkundungsverhalten ausleben. Dabei müssen zwar Immissions- und Seuchenschutz berücksichtigt werden. Doch für Verbraucher sind gerade diese Tierwohlaspekte offensichtlich.

Je nach Betrieb lohnen sich technische Investitionen. Kameras und Sensoren können bei der Tierkontrolle unterstützen. Einstreuen und Rohfaserfütterung lassen sich automatisieren und entlasten die wichtigste Ressource des Landwirts: die eigene Arbeitskraft.

Abhängigkeiten vermeiden

Landwirt Dr. Richard Wüstholz stellte das bayerische „Strohschwein“ vor. Das Konzept fordert heimische Ferkel, GVO-freie Fütterung, reichlich Stroh und mehr Platz pro Tier. Der Mehraufwand beläuft sich auf etwa 26 € pro Tier und wird durch die teilnehmenden Metzger vergütet.

Eins wurde jedoch klar: Nicht jeder Landwirt wird eine solche Marktnische finden. Planungssicherheit fehlt noch immer. In ihre Zukunft sollten Schweinehalter trotzdem investieren. Dabei gilt es, Abhängigkeiten zu vermeiden und sich dem Markt flexibel anzupassen, zum Beispiel durch geschlossene Systeme.

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