Erstkalbealter

Färsen: Wann das erste Mal kalben?

Kühe sollen jung, aber nicht zu jung das erste Kalb bekommen. Wann ist der richtige Zeitpunkt? Prof. Dr. Steffen Hoy hat Daten von 35.000 Kühen analysiert.

Färsen mit einem Erstkalbe­alter (EKA) von mehr als 30 Monaten verursachen bei einem monatlichen Aufwand von etwa 65 € gegenüber Jung­rindern mit einem EKA von 25 Monaten rund 325 € höhere Aufzuchtkosten. In der Berechnung wurden betriebsspezifische Bedingungen und der Milchpreis berücksichtigt. Insofern macht es Sinn, Rinder bis zur ersten Kalbung nicht zu alt werden zu lassen. Das Ziel der Auswertungen der Universität Gießen bestand darin, in zwei Bundesländern an einer großen Tierzahl zu analysieren, welche Auswirkungen das EKA auf die Lebensleistung hat und welche Unterschiede zwischen hessischen und thüringischen Betrieben bei EKA und Lebensleistung bestehen.

EKA und Milchleistung

Im Mittel von 35.017 Kühen in der Untersuchung von Prof. Hoy betrug das Erstkalbealter 26,9 Monate. Das Färsenkonzeptionsalter, das für 29.248 Tiere vorlag, betrug 16,7 Monate. Die Differenz im ­Datenumfang resultierte aus Be­deckungen, bei denen kein Datum der Belegung vorhanden war. Im Schnitt waren 1,6 Belegungen bis zur Trächtigkeit erforderlich. Die Tiere schieden mit einem Abgangsalter von 60,5 Monaten aus der Milchproduktion aus. Die Kühe schafften somit eine Nutzungsdauer von 2,93 Lak­tationen, eine Lebensleistung von 26.169 kg Milch und eine Lebenstagsleistung von 12,33 kg.

Für die Auswertung wurden die Jungrinder beider Re­gionen in Monatsklassen für das EKA zusammengefasst – von kleiner/gleich 21 bis mehr als 36 Monate. In der Klasse mit einem EKA von kleiner/gleich 21 Monate fassten die Forscher alle sehr jungen Tiere zusammen. Die Rinder hatten mit durchschnittlich 19 Monaten extrem früh gekalbt. Das Färsenkonzeptionsalter betrug bei diesen Tieren demnach zehn Monate.

Das Erstbelegungsalter war zumindest bei einigen Jungrindern noch niedriger. Es ist davon auszugehen, dass diese Tiere nicht absichtlich so früh belegt wurden. Bei etwa 47 % der hessischen und 5 % der thüringischen Jungrinder fanden...