Biomilch

Arla mit neuem Biostandard

Arla erhöht den eigenen Bio-Standard und führt in vier Bereichen elf neue Kriterien ein. 900 Bio.-Landwirte sollen noch in diesem Jahr mit dem neuen Standard arbeiten.

Arla erhöht ihren Bio-Standard und führt in vier Bereichen elf neue Kriterien ein. So will die Molkerei laut Pressemitteilung den Verbrauchern ein zukunftsfähiges Angebot im zunehmenden Wettbewerb präsentieren. Noch in diesem Jahr sollen die mehr als 900 Bio-Landwirte der Molkereigenossenschaft (fast 100 davon in Deutschland) mit den neuen Bio-Kriterien arbeiten.

Die Bereiche betreffen:

  • Klima: Landwirte sollen eine CO2e-Reduzierung um 30 % pro Kilogramm Milch 2028, statt 2030, erreichen. Außerdem ist die Teilnahme am Arla Klimacheck-Programm zur Reduzierung des CO2e-Fußabdrucks des Betriebs verpflichtend. Betriebe sollen auf Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen umstellen.
  • Biodiversität: Landwirte erfassen und bewerten entsprechende Maßnahmen ein Mal jährlich selbst.
  • Bodengesundheit: Landwirte sollen Bodenproben nehmen. Diese werden von einem externen Labor auf organische Substanz, organischer Kohlenstoff, Gesamtkohlenstoff, Gesamtstickstoff und das Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis analysiert.
  • Tierwohl: Kühe sollen 150, statt wie bisher 120 Tage, im Jahr auf der Weide stehen. Bis Herbst 2024 dürfen die Tiere nicht mehr in Anbinung stehen.

„Wir setzen auf die Stärken der ökologischen Landwirtschaft und auf die großartige Arbeit unserer Bio-Landwirt:innen und machen die Bio-Kategorie so noch zukunftsfähiger. Die Einführung der neuen Bio-Kriterien ist nicht nur wichtig, sie kommt aufgrund der derzeitigen Marktdynamik auch zum genau richtigen Zeitpunkt. Für die Entwicklung der Kriterien waren auch die Wünsche der Verbraucher:innen ausschlaggebend. Dabei wurde schnell klar, dass wir uns insbesondere durch die Förderung der Bodengesundheit und der Biodiversität deutlich abheben können. Diese Bereiche stoßen nicht nur bei den Verbrauchern auf zunehmendes Interesse. Sie stehen auch im Mittelpunkt einer ökologischen Milchwirtschaft“, erklärt Peter Giørtz-Carlsen, Executive Vice President und Europa-Vorstand von Arla Foods. „Wir sind von unserer Bio-Agenda voll und ganz überzeugt. Angetrieben von der Farm-to-Fork-Strategie der EU führen wir die Bio-Kategorie mit diesem nächsten Schritt in die Zukunft.“

Mehr zum Thema:

1 Cent/kg Milch weniger

Preisinflation: Arla senkt Milchpreis

vor von Patrick Liste

Milchpreis-Aufruhr bei Arla: Der Molkereikonzern reicht höhere Produktionskosten durch und kürzt das Milchgeld. Das ärgert etliche Mitglieder.