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Getreide - Abschluss Weizen, Triticale, Blattläuse und Getreidehähnchen, Maßnahmen im Hafer Digital Plus

28. Mai 2019 - Hinweise der Landwirtschaftskammer NRW zum Pflanzenschutz für diese Woche

Weizen schiebt die Ähre: Spätsaaten, kühle Lagen und Höhenlagen sind noch etwas zurück. Vielfach waren die Bestände bis jetzt gesund. Wenn musste Gelbrost und Mehltau kontrolliert werden. Mit den warmen Temperaturen und Feuchtigkeit (Tauphasen reichen) muss zunehmend auch auf Braunrost geachtet werden. Erste Pusteln können in anfälligen Sorten ohne Schutz gefunden werden. Hier sollte dann dringend rostbetont reagiert werden, welches dann gleichzeitig die Abschlussmaßnahme darstellt. Weizen kann bereits beim Ährenschieben mit der Blüte beginnen und ab da ist besonders in Maisfruchtfolgen auf Fusarium zu achten. Temperaturen um 18 bis 20 °C und Niederschläge von mehr als 5 mm sind besonders günstig für Fusariuminfektionen. Treten diese Bedingungen ein, ist es, um möglichst gute Wirkungsgrade zu erzielen, wichtig, nahe an den Infektionsereignissen – drei Tage davor oder danach – zu behandeln. Aus heutiger Sicht werden die Niederschläge in dieser Woche wieder sehr unterschiedlich ausfallen. Die Temperaturen sollen regional deutlich unter 18 °C liegen. Damit stellen sich nicht für alle Regionen kurzfristig ein erhöhtes Infektionsrisiko ein und auch die Entwicklung des Weizens zur Blüte dürfte noch mal gebremst werden. Liegt eine Vorbehandlung noch nicht so lange zurück (weniger als zehn Tage) kann ohne Infektionsereignisse die Abschlussmaßnahme dann noch geschoben werden, um gegebenenfalls noch günstige Infektionsbedingungen für Fusarium abzuwarten oder Ende Ährenschieben mit reduzierten Mengen rostbetont abzusichern. Im Fungizidbeitrag der letzten Woche finden sich detaillierte Empfehlungen zur Mittelwahl. Mit guter Wirkung gegen Fusarium und Roste können die Kombinationen 0,6 l/ha Elatus Era + 0,2 l/ha Sympara + 1 l/ha Osiris oder 0,75 l/ha Skyway Xpro + 1,25 l/ha Osiris eingesetzt werden. Wurde bereits ein Carboxamid (unter anderem Elatus Era, Ascra Xpro, Gigant) im Blattbereich platziert, kann zum Abschluss Carboxamid-frei mit vergleichbarem Wirkungsspek­trum die Kombination aus Osiris + Prosaro genutzt werden. Dort, wo Mehltau vorkommt, sollte grunds

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Weizen schiebt die Ähre: Spätsaaten, kühle Lagen und Höhenlagen sind noch etwas zurück. Vielfach waren die Bestände bis jetzt gesund. Wenn musste Gelbrost und Mehltau kontrolliert werden. Mit den warmen Temperaturen und Feuchtigkeit (Tauphasen reichen) muss zunehmend auch auf Braunrost geachtet werden. Erste Pusteln können in anfälligen Sorten ohne Schutz gefunden werden. Hier sollte dann dringend rostbetont reagiert werden, welches dann gleichzeitig die Abschlussmaßnahme darstellt. Weizen kann bereits beim Ährenschieben mit der Blüte beginnen und ab da ist besonders in Maisfruchtfolgen auf Fusarium zu achten. Temperaturen um 18 bis 20 °C und Niederschläge von mehr als 5 mm sind besonders günstig für Fusariuminfektionen. Treten diese Bedingungen ein, ist es, um möglichst gute Wirkungsgrade zu erzielen, wichtig, nahe an den Infektionsereignissen – drei Tage davor oder danach – zu behandeln. Aus heutiger Sicht werden die Niederschläge in dieser Woche wieder sehr unterschiedlich ausfallen. Die Temperaturen sollen regional deutlich unter 18 °C liegen. Damit stellen sich nicht für alle Regionen kurzfristig ein erhöhtes Infektionsrisiko ein und auch die Entwicklung des Weizens zur Blüte dürfte noch mal gebremst werden. Liegt eine Vorbehandlung noch nicht so lange zurück (weniger als zehn Tage) kann ohne Infektionsereignisse die Abschlussmaßnahme dann noch geschoben werden, um gegebenenfalls noch günstige Infektionsbedingungen für Fusarium abzuwarten oder Ende Ährenschieben mit reduzierten Mengen rostbetont abzusichern. Im Fungizidbeitrag der letzten Woche finden sich detaillierte Empfehlungen zur Mittelwahl. Mit guter Wirkung gegen Fusarium und Roste können die Kombinationen 0,6 l/ha Elatus Era + 0,2 l/ha Sympara + 1 l/ha Osiris oder 0,75 l/ha Skyway Xpro + 1,25 l/ha Osiris eingesetzt werden. Wurde bereits ein Carboxamid (unter anderem Elatus Era, Ascra Xpro, Gigant) im Blattbereich platziert, kann zum Abschluss Carboxamid-frei mit vergleichbarem Wirkungsspek­trum die Kombination aus Osiris + Prosaro genutzt werden. Dort, wo Mehltau vorkommt, sollte grundsätzlich mehr Wert auf eine Mehltauwirkung gelegt werden. In anfälligen Sorten (z.B. Elixer) ist nun neben Stängelmehltau auch auf den oberen Blättern Befall zu finden. Wenn gleichzeitig Fusarium bekämpft werden muss, wäre eine Kombination aus z.  B. 2 l/ha Osiris + 0,6 l/ha Gladio (Carboxamid-frei) oder 0,6 l/ha Elatus Era + 0,2 l/ha Sympara + 0,8 l/ha Pronto Plus angeraten. Zur Triticale gelten die Hinweise der letzten Woche und das zu Weizen gesagte. Im Rheinland waren bereits in der letzten Woche erste Staubbeutel zu sehen und damit die Blüte erreicht. Je nach Temperatur werden weitere Bestände nun in die Blüte gehen. Liegt eine Vorbehandlung mehr als 14 Tage zurück, sollte die Abschlussmaßnahme auch mit Hinsicht auf eine Gelbrostvorgeschichte und weiterer Infektionen nicht zu lange geschoben werden. Hinweis: Bei stärkerer Tauphase oder nach Gewittern sollten Fungizidmaßnahmen möglichst nicht in den feuchten Bestand mit nachfolgender hoher Einstrahlung appliziert werden. Hier kann es zu Blattverbräunungen kommen. Applikationen in die Abendstunden sind dann deutlich verträglicher. In den Regionen, wo in den letzten Wochen so gut wie keine Niederschläge gefallen sind und die Bestände bereits deutlich Trockenstress zeigen (z.  B. in Teilen des Kreises Steinfurt), empfehlen sich aktuell reduzierte Aufwandmengen von z.  B. 1,5 l/ha Osiris gegebenenfalls + 0,6 l/ha Orius. In gesunden Beständen kann die Maßnahme mit Hoffnung auf Niederschläge noch geschoben werden. Blattläuse und Getreidehähnchen (glänzender Käfer) sind bereits seit Längerem unterschwellig in vielen Beständen vorhanden. Die Witterung bremste den Aufbau und Behandlungen waren in der Regel nicht erforderlich. Aktuell findet man nun auch Larven des Getreidehähnchens auf den Blättern, die ersten typischen Schabefraß erzeugen. Die Bekämpfungsschwelle von 0,5 bis 1 Getreidehähnchenlarve je Fahnenblatt wird aber noch nicht erreicht. Die untere Schwelle kann für geschwächte Bestände – z.  B. Bestände unter Trockenstress – angesetzt werden. Für gute Bestände ohne Stress die höhere Schwelle ansetzen. Der Läusebesatz und Koloniebildung hat auf einigen Schlägen zugenommen. Erste Läuse/-kolonien können bereits in Triticale und Roggen in der Ähre beobachtet werden. Daneben befinden sich Läuse oftmals tief unten im Bestand und auf der Blattunterseite. Der Besatz ist aber von Schlag zu Schlag sehr unterschiedlich. Hier helfen nur eigene Kontrollen, um Behandlungsentscheidungen richtig zu treffen. Die allgemeine Bekämpfungsschwelle liegt in der Ähre bei 60 bis 80 % befallener Ähren. Bei starkem Besatz im Bestand kann die Schwelle je Pflanze he­runtergebrochen werden. Zum Einsatz empfiehlt sich dann Pirimor Granulat mit 200 bis 250 g/ha. Über die Dampfphase werden auch die tief im Bestand und in der Ähre sitzenden Läuse erfasst. Gleichzeitig werden zum Teil Nützlinge wie Marienkäfer/-larven geschützt, die dann eventuell Restbesatz oder erneut auftretende Läuse vertilgen können. Auch in Kombination mit Fungiziden bleibt die Einstufung B4 – bienenungefährlich. Das systemisch wirkende Teppeki (B2 – Anwendung auf blühende oder von Bienen beflogenen Pflanzen nur nach dem täglichen Bienenflug) darf nur im Weizen eingesetzt werden. Getreidehähnchen werden jeweils nicht erfasst. Gegen Getreidehähnchen und Blattläuse empfiehlt sich der Einsatz von 300 ml/ha Biscaya. Hier ist aber zu beachten, dass in Mischungen mit vielen Fungiziden (genau mit den meisten Azolfungiziden aus der Gruppe der Ergosterol-Biosynthese-Inhibitoren – FRAC-Gruppe G1; z.  B. Osiris) sich die Bieneneinstufung ändert von B4 auf B1 und damit nicht auf blühende oder von Bienen beflogenen Pflanzen appliziert werden darf. Damit schließt sich der kombinierte Einsatz durch blühende Unkräuter wie z.  B. Erdrauch, Durchwuchsraps oder auch Honigtau aus. Honigtau ist ein zuckerhaltiges, klebriges Sekret, das von Blattläusen erzeugt und von Bienen zur Erzeugung von Honig gesammelt wird. Achten Sie darauf, dass auch viele Pyrethroide in Mischung die Bieneneinstufung verändern. Teppeki und Biscaya erreichen die tief im Bestand sitzenden Läuse nur unzureichend. Hafer schiebt bei Aussaatterminen im Februar das letzte Blatt. Bis zum Rispenschwellen (EC 39) kann Hafer mit 1 bis 2 l/ha in der Standfestigkeit abgesichert werden. Die Aufwandmenge richtet sich nach Sorte, Standort, Wasserversorgung und gegebenenfalls Vorbehandlung. Wurde bereits mit Moddus vorgelegt, ist zu prüfen, ob überhaupt eine Nachlage erforderlich ist. Gegen Haferkronenrost kann mit 0,4 l/ha Torero + 1 l/ha Osiris oder auch 1,75 l/ha Osiris solo agiert werden. Tritt stärkerer Mehltau auf, sollte Vegas zugemischt werden. Juwel Top darf im Hafer nicht mehr zur Anwendung kommen. In Hafer wird ein stärkeres Auftreten von Getreidehähnchen beobachtet. Hier gelten die Hinweise des Wintergetreides.