Ausfallkartoffeln bekämpfen

7. August 2018 – Hinweise der Landwirtschaftskammer NRW zum Pflanzenbau für diese Woche.

Gezielt gegen Ausfallkartoffeln: Eine Ausfallkartoffel pro m2 entspricht phytosanitär einem Anbaujahr Kartoffeln, da sie als Infektionsquelle für zahlreiche Schaderreger und Schädlinge dient. Deswegen dürfen Ausfallkartoffeln nicht toleriert werden. Nur durch einen umfangreichen Maßnahmenkomplex, der schon beim Anbau beginnt, sich bis, bei und nach der Ernte sowie in der Fruchtfolge weiter fortsetzt, können Ausfallkartoffeln nachhaltig bekämpft werden. Als Maßnahmen sind zum Beispiel eine verlustarme Ernte, eine flache Bodenbearbeitung, damit die Knollen oberflächennah verbleiben, sowie die Auswahl von Folgefrüchten mit großer Blattmasse und schnell schließendem Bestand, zum Beispiel Winterroggen, zu nennen. Bei der Bearbeitung sind Kurzscheibeneggen zu bevorzugen, weil durch sie die Kartoffeln gequetscht oder verletzt werden und anschließend verfaulen. Aber auch unter Berücksichtigung aller Maßnahmen lassen sich Ausfallkartoffeln nicht gänzlich verhindern.

Aktuell sind auf vielen Getreidestoppelflächen Ausfallkartoffeln zu finden. Beachten Sie hierzu den Newsletter 10/2015 von der Versuchsstation Dethlingen: http://www.vsd-dethlingen.de/newsletter/ Newsletter1510.pdf

Falls die Ausfallkartoffeln sehr tief sitzen und eine so tiefe Bearbeitung nicht möglich ist, kann eine Behandlung auf der Getreidestoppel mit Glyphosat erfolgen, sobald die Ausfallkartoffeln wieder ausreichend Blattmasse gebildet haben. Durch Zusatz von 10 kg/ha SSA kann die Wirkung deutlich verbessert werden, wodurch eine Reduzierung der Aufwandmenge möglich ist. Glyphosat darf nicht eingesetzt werden, wenn anschließend ein Greening mit Zwischenfrüchten geplant ist.


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