Waschbären in der Stadt Plus

Invasive Arten wie der Waschbär erobern Großstädte wie Berlin und werden, da dort die Fallenjagd seit 13 Jahren verboten ist, zu einem riesigen Problem. Selbst NABU-Mitarbeiter fordern eine gesetzliche Regelung zum legalen Töten.

Sie leben auf Dachböden und in Kellerräumen, und gerade in Großstädten wie Berlin ist ihr Tisch ganzjährig und reichhaltig gedeckt. Die Rede ist vom Waschbären, eine invasive Art, die in der Millionenstadt an der Spree zu einem riesigen Problem geworden ist. Das wurde bei dem Symposium „Invasive Prädatoren in Berlin – Entwicklung eines Managementplans“ – deutlich, dass kürzlich im Naturschutzzentrum Ökowerk der Stiftung Naturschutz Berlin und der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz der Stadt Berlin stattfand.

Kletternder Allesfresser

Vor allem der Bestand des anpassungsfähigen Kulturfolgers Waschbär hat sich in den vergangenen zehn Jahren in den ländlichen Randbereichen von Berlin, aber auch in den dicht besiedelten Stadtbereichen vervielfacht.

Als kletternder Nahrungsgeneralist findet die auch amphibisch lebende invasive Art paradiesische Lebensbedingungen im Großstadtbereich vor. Von der „Fastfood“-Tüte am Straßenrand über den Inhalt von Mülleimern und Komposthaufen bis hin zu Kleinnagern und bedrohte Arten wie Frösche, Lurche, Amphibien, Wasser-, boden- sowie baumbrütende Vögel bietet sich dem Kleinbären ganzjährig ein reichhaltig gedeckter Tisch.

Die größten Probleme für die Menschen in Berlin sind aber die oft zerstörerischen „Einbrüche“ von Waschbären in Häuser, Dächer und Nebengebäude sowie verwüstete Gärten. Davon konnte Katrin Koch, hauptamtliche Mitarbeiterin des NABU Berlin und für das dortige Wildtiertelefon zuständig, viele Beispiele aus der Praxis benennen. Mittels Fotos verdeutlichte sie die katastrophalen Folgen, wo Waschbären durch Katzenklappen in Häuser eingedrungen waren und die kompletten Wohnungseinrichtungen bei der Suche nach Nahrung zerstört hatten.

Eindrucksvoll waren auch die Aufnahmen von in Kellerräumen und auf Dachböden geborenen Waschbären, die sich mit Dachisolierung und mit Kleidung ihre Nester gebaut und ihre vielfältigen „Spuren“ hinterlassen hatten....


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