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Wälder in NRW

Landeswaldbericht 2019: Fichte unter Druck

Wie steht es um den Wald in NRW? Der jüngst veröffentlichte Landeswaldbericht 2019 gibt Einblick in die Entwicklung der Wälder im Land. Dabei wird auch deutlich: Wetterextreme machen diesen immer stärker zu schaffen.

Im vergangenen Jahr wütete das Orkantief Friederike. Zur Bewältigung solcher Extremwetterereignisse stehen 2019 zusätzliche Fördergelder bereit.

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser richtet den Blick auf die Wälder im Land: „Wir müssen sicherstellen, dass unsere Wälder und unsere Forst- und Holzwirtschaft zukunftsfähig bleiben.“ Dazu hat das nordrhein-westfälische Umweltministerium dem Landtag vergangene Woche den Landeswaldbericht 2019 vorgelegt. Er gibt Einblick sowohl in den Waldzustand, die Waldfunktionen als auch die aktuellen, forstlich relevanten Entwicklungen, die durchgeführten Maßnahmen und beabsichtigten Vorhaben für den Berichtszeitraum 2012 bis 2018 (den kompletten Bericht finden Sie hier).

Wie sieht der Wald in NRW aus?

27% der Landesfläche Nordrhein-Westfalens sind Wald, davon sind knapp zwei Drittel (rund 540.000 ha) in Privatbesitz - das entspricht dem größten Privatwaldanteil in Deutschland. Der Anteil des Landeswaldes nimmt mit 13 % dagegen den geringsten Anteil ein. Darüber hinaus sind 21 % der Waldfläche im Eigentum von Körperschaften, vor allem Städten und Gemeinden und 3 % Bundeswald.

Die NRW-Wälder sind durchschnittlich 75 Jahre alt und bestehen zu 58% aus Laubbäumen und 42% aus Nadelbäumen. Die Landeswaldinventur 2014 erfasste 51 Baumarten beziehungsweise Baumartengruppen. Vor allem Fichten, Buchen, Eichen und Kiefern prägen das Bild.

Die Verteilung der Wälder ist in NRW regional sehr unterschiedlich. Besonders waldreich sind die Mittelgebirgslagen in der Eifel, des Sauer- und Siegerlandes sowie des Weserberglandes. Am Niederrhein sowie im Münsterland sind die Waldgebiete dagegen unzusammenhängend und insgesamt geringer.

Waldflächenanteile nach Regionalforstämtern.

Wetterextreme machen dem Wald zu schaffen

Wetterextreme wie Stürme, Trockenheit und Schädlingsbefall haben dem Wald aktuell stark zugesetzt. „Sturmschäden im Frühjahr, Dürreschäden im Sommer und ein starker Borkenkäfer-Befall in den Nadelwäldern führen uns vor Augen, wie dringlich der Umbau unserer Wälder zu widerstandsfähigeren, klimaplastischen Wäldern ist. Der Begriff der Nachhaltigkeit ist eng mit der Forstwirtschaft verwurzelt. Wir müssen auch weiterhin sicherstellen, dass unsere Wälder und unsere Forst- und Holzwirtschaft zukunftsfähig und damit enkeltauglich aufgestellt sind“, kommentiert Umweltministerin Ursula Heinen-Esser die Lage des Waldes.

Zur Bewältigung der durch Extremwetterereignisse verursachten Folgen im Wald stehen in 2019 aktuell rund 1,5 Mio. € zusätzliche Fördermittel von Bund und Land für NRW zur Verfügung. Für die folgenden vier Jahre sind darüber hinaus weitere 550.000 € jährlich bereit gestellt worden. Maßnahmen wie beispielsweise die Überwachung von Käfern, das Entrinden von befallenem Holz im Wald sowie die Anlage von Trocken- und Nasslagerplätzen sollen durch eine aktuell in Erarbeitung befindlichen Landesförderrichtlinie für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer gefördert werden können.

Auswirkungen auf den Holzmarkt

Wetterextreme und Schädlingsbefall wirken sich unmittelbar auf den Holzmarkt aus. Betroffen ist davon alles voran (zu 90%) die Baumart Fichte. Damit ergeben sich veränderte Anforderungen an die Baumartenwahl, sie ist der wesentliche Schlüssel für einen zukunftsorientierten, klimaplastischen Waldaufbau.

Parallel dazu setzt das Umweltministerium derzeit gemeinsam mit den Waldbesitzern und dem Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen die kartellrechtskonforme Ausgestaltung der staatlich geförderten Waldbewirtschaftung um. Ein Baustein ist mehr Eigenständigkeit der forstlichen Zusammenschlüsse bei gleichzeitiger Gewährleistung der Beratung und Betreuung der Forstbetriebe. „Die künftige Waldbewirtschaftung muss in ein zukunftsfähiges Management des weitgehend klimaneutralen Rohstoffs Holz entlang der Wertschöpfungskette münden. Dabei fällt auch der weiteren Digitalisierung im Forst eine Schlüsselrolle zu.“, so Heinen-Esser.

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