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KWF-Thementage: Unterwegs auf festen Wegen

Durch die Witterung sowie tonnenschwere Holz- und Materialtransporte nutzen sich Waldwege langfristig ab. Die KWF-Thementage lieferten Tipps für den Bau und die Unterhaltung der Forststraßen.

Forststraßen sind ein wichtiges Element der Forstwirtschaft. Sie dienen der Erschließung des Waldes, gewährleisten seine Pflege und sind entscheidend für die Holzabfuhr. Ein funktionierendes und gut gepflegtes Waldwegenetz ist eine Investition in den Betrieb. Größter „Feind“ dieser Geldanlage sind neben Witterungseinflüssen vor allem die hohen Belastungen durch tonnenschwere Erntemaschinen und Holztransporter. Die 5. KWF-Thementage am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche widmeten sich dem Bau und der Unterhaltung der Forstwege.

Schlaglöcher und Fahrspuren im Weg sind die Eintrittspforte für Wasser in den Wegekörper – die Ursache größerer Schäden. Zu Beginn jeder Maßnahme der Wegeunterhaltung steht darum die Überlegung: Lässt sich der Weg mit dem vorhandenen Material wieder herrichten oder muss neues Baumaterial her?

Mit oder ohne Material?

Geeignete Füllmaterialien sind bindige Schotter mit Feinkornanteilen, beispielsweise in der Siebung 0/32 oder 0/45. Durch den Feinkornanteil lässt sich der Schotter verdichten, sodass sich das Material miteinander „verzahnt“ und deutlich fester wird als Kies- oder Splitt.

Standard für den Wegebau

Material ist das eine – geeignete Maschinen sind das andere. Grader oder Erdhobel sind spezielle Baumaschinen für den Wegebau. Typischerweise verfügen die dreiachsigen Maschinen über verstellbare Schiebeschilde im Front- und Mittenachsanbau. Das sogenannte Schar zwischen den Achsen ist ein breiter, meist um 360° drehbares Schild. Er lässt sich kippen, seitlich verschieben und beidseitig etwa rechtwinklig anstellen.

Mit dem Grader lässt sich das Wegebaumaterial gleichmäßig verteilen, ein Wegeprofil schneiden und Böschungen sowie Wassergräben formen. Das macht die Baumaschinen zum universellen Wegebauwerkzeug für die Forstwirtschaft. Die Maschinenarbeitsstunde kosten je nach Leistung durchschnittlich 160 € netto.

Pflegen spart Geld

In den meisten Revieren ist die Erschließung in der Regel abgeschlossen – anders gesagt: neue Wege werden vergleichsweise selten gebaut. Nötige Arbeiten sind besonders die Instandsetzung der Deckschicht, in manchen Fällen auch der darunter liegenden Tragschicht. Mit 25 bis 40 cm ist sie wesentlich mächtiger, als die bis zu 8 cm starke Deckschicht. Weil das Auftragen großer Materialstärken ebenso teuer ist wie maschinelle Eingriffe in die Tragschicht, sind regelmäßige Instandsetzung im Bereich der Deckschicht lohnend. Als Faustregel gelten Pflegeintervalle von 3 bis 5 Jahren (unterschieden zwischen Haupt- und Nebenwegen). Nach Stürmen und überdurchschnittlichem Holz- und Maschinentransport kann eine zusätzliche Instandsetzung nötig sein.