Zum Inhalt springen

Drücken Sie Öffnen / Eingabe / Enter / Return um die Suche zu starten

Borkenkäfer

Käferholz unter Folien lagerfähig?

Klein und gefräßig - der Borkenkäfer sorgt weiter für riesige Schäden in den Fichtenwäldern. Wie sich Holz "käfersicher" lagern lässt, erprobt Wald und Holz NRW jetzt mit einem Verfahren des Freiburger Unternehmens Wood-Packer.

Forstwirt Lars Bittis (li.) und sein Kollege Andreas Kraus ziehen die sogennante Deckfolie vor dem verschließen des Lagers zurecht.

Obwohl nur millimetergroß bringen Borkenkäfer im gemeinsamen Angriff auch stattliche Fichten großflächig zum Absterben. Im Wirtschaftswald ist die beste Lösung, wenn die Bäume gefällt und abtransportiert sind, bevor die neuen Käfer aus der Borke ausschwärmen. Doch was tun, wenn die Absatzwege verstopft sind? Um eine andere Möglichkeit der Lagerung zu erproben arbeitet Wald und Holz NRW jetzt testweise mit einem Verfahren des Freiburger Unternehmens Wood-Packer.

Lisa Stange, Dr. Bertram Leder und Andreas Wiebe (alle Wald und Holz NRW) werfen einen letzten Blick auf die Stämme bevor sie eingeschweißt werden.

Das Holzvolumen von rund 250 Fichten schweißen die Forstwirte dazu in luftdichte Folie ein. Zunächst legen sie ein feines Gitter zum Schutz vor Nagetieren und zwei Lagen Folie aus. Darauf werden 5 m lange Stammstücke gepoltert. Der Ladekranführer muss besonders präzise arbeiten – alles was übersteht könnte die Folie durchlöchern. Anschließend ziehen die Forstwirte zwei Folienlagen über den Holzstapel und verschweißen sie mit den beiden zuvor ausgelegten Folien. So entsteht eine innere und eine äußere Hülle. Über ein Ventil lässt sich der Sauerstoffgehalt im Innern des Lagers beobachten. Dieser gibt Rückschlüsse auf die Dichtheit des Folienlagers.

Dr. Bertram Leder, Leiter des Lehr- und Versuchsforstamtes Arnsberger Wald: „ Wir untersuchen das Verfahren vor allem hinsichtlich der Borkenkäfer und Holzqualität. Wie viele Käfer haben wir am Ausschwärmen gehindert und wie frisch bleibt das Holz?“ Die Polter werden ab 2020 schrittweise geöffnet. Damit möchte Wald und Holz NRW die Lager über die höchstmögliche Dauer von bis zu 4 Jahren für Waldbesitzer testen.

Rund 200 fm Fichtenabschnitte passen in ein Folienlager.

Dr. Thomas Maier, Inhaber von "Wood-Packer" hat über das Verfahren seine Doktorarbeit geschrieben. Damals stand die Konservierung von Sturmholzmassen im Vordergrund. Maier: „In einer Sturm- wie auch jetzt in der Borkenkäfer-Katastrophe kommen herkömmliche Mehtoden an ihre Grenzen. Die Folienlagerung ist genehmigungs- und pestizidfrei und darum eine wichtige Alternative, wenn Waldbesitzer in der Klemme sind.“