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Landesjägertag Münster

Jagdbeitrag statt Jagdabgabe

Beim Landesjägertag in Münster ging es unter anderem um die Frage: wie können nach dem Wegfall der Jagdabgabe zukünftig Projekte finanziert werden? Der Landesjagdverband NRW will dies komplett in eigener Regie übernehmen. Doch erst 2020 fällt die Entscheidung über einen geplanten Jagdbeitrag von jährlich 45 €/Mitglied.

Jägerpräsident Ralph Müller-Schallenberg und NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser.

"Eigentlich hatte ich gedacht, nach der Verabschiedung des Landesjagdgesetzes würde es jagdpolitisch etwas ruhiger“, erklärte Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes NRW (LJV), vor rund 800 Waidmännern und -frauen anlässlich des Landesjägertages in Münster am 18. Mai. Doch mit dem Wegfall der Jagdabgabe, die in der Vergangenheit in Höhe von jährlich 45 € beim Lösen des Jagdscheins erhoben wurde, steht der Verband nun vor neuen Herausforderungen. Denn Präsidium und Landesvorstand haben entschieden, die Aufgaben, die bisher aus der Jagdabgabe finanziert wurden, komplett in eigener Verantwortung zu übernehmen. Dabei geht es um viel Geld. Bislang kamen durch die rund 89.000 Jagdscheininhaber in NRW jährlich gut 4 Mio. € zusammen. Mit dem Geld wurde unter anderem die Ertüchtigung von Schießständen und die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung in Bonn finanziert. Gefördert wurden zudem Projekte wie der Hegebeauftragte, Jagdgebrauchshundeprüfungen, das Wildtierinformationssystem und anerkannte Schweißhundstationen.

Entscheidung erst 2020

Durch die Übernahme von „Jägergeld in Jägerhand“ soll zukünftig ein sogenannter Jagdbeitrag von jährlich 45 €/Mitglied erhoben werden. Bei aktuell rund 64.000 LJV-Mitgliedern stünden dann knapp 2,9 Mio. € pro Jahr zur Verfügung. Die Differenz von rund 1,1 Mio. € wird dadurch „eingespart“, dass das Ministerium die Finanzierung der Forschungsstelle übernimmt. „Entscheidend ist es, die Einnahmen und Ausgaben des Jagdbeitrages transparent und nachvollziehbar darzustellen“, betonte Müller-Schallenberg. Für die Verwaltung und für die unabhängige Überprüfung durch einen Wirtschaftsprüfer kalkuliert der LJV rund 310.000 €/Jahr ein.

Da aktuell noch gut 9 Mio. € im „Topf“ der bisherigen Jagdabgabe sind, soll der Jagdbeitrag erst von 2021 an erhoben werden. Die endgültige Entscheidung darüber fällt jedoch erst bei der LJV-Mitgliederversammlung 2020.

Konfrontation ist kein Weg

Hauptrednerin beim Landesjägertag war die NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser. Sie dankte ihrer Vorgängerin Christina Schulze Föcking, dass sie bei ihrer Amtsübernahme ein fast fertiges Landesjagdgesetz vorgefunden habe, dem nur noch „über die letzte Hürde geholfen werden musste“. Ziel müsse es sein, der Jagd einen dauerhaften Stellenwert in der Gesellschaft zu sichern. Vor diesem Hintergrund forderte sie die Jäger zur Kooperation mit Tierschutz- und Umweltverbänden sowie der Land- und Forstwirtschaft auf. „Konfrontation ist kein Weg“, betonte die Ministerin.

Die Preisträger
Traditionell werden beim Landesjägertag der Biotop-Hegepreis und der Lernort Natur-Preis vergeben. Den Biotop-Hegepreis erhielt in diesem Jahr der Hegering Monschau, Kreisjägerschaft Aachen, für ihr Projekt zur Eindämmung des Drüsigen Springkrautes, das in Kooperation mit der dortigen Biostation verwirklicht wurde.
Den Lernort Natur Preis 2019 erhielt der Hegering Lintfort-­Neukirchen, Kreisjägerschaft Wesel, wo seit vier Jahren viel Wert auf die Jugendarbeit gelegt wird. So wurde 2015 ein Hegering-Kids-Club mit aktuell 64 Kindern gegründet. Zudem wurde eine Jungbläser-Gruppe gegründet.

Mit dem Lernort Natur-Preis 2019 wurde der Hegering Linfort-Neukirchen, Kreisjägerschaft Wesel, ausgezeichnet.
Vertreter des Hegering Monschau, Kreisjägerschaft Wesel, nahmen den Biotop-Hegepreis 2019 entgegen.