Pferd & Pferdesport

Pferde richtig und sicher einzäunen

Pferd ist nicht gleich Pferd und Zaun ist nicht gleich Zaun. Bei der Einzäunung der Pferdekoppel ist Einiges zu beachten.

Als Flucht­ und Lauftiere haben Pferde einen hohen Bewegungsdrang. Die Einzäunung muss deshalb gut sichtbar, stabil und möglichst ausbruchsicher sein sowie bestimmte Kriterien erfüllen. Georg Fink, Sachverständiger für Reitanlagen und Stallbau in der Pferdehaltung, aus Aufkirchen (Bayern) gab bei einem Online-Seminar des Pferdesportverbands Hessen Empfehlungen zur richtigen Einzäunung.

Wie hoch muss der Zaun sein?

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMEL) empfiehlt in der aktuell geltenden Fassung der Leitlinien zur „Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzaspekten“:

Zaunhöhe = Widerristhöhe x 0,75. Bei einem Pferd mit einem Stockmaß von 1,70 m sind das etwa 1,30 m. Die neuen BMEL-Leitlinien, die für 2022 erwartet werden, sehen als Zaunhöhe "Widerristhöhe x 0,9" vor.

Diese Faustformeln können in der Praxis völlig irrelevant sein. Es kommt nämlich darauf an, welches Pferd auf der Weide steht. Für Hengste und Springpferde, ist es sicherer, den Zaun höher – sogar über Widerristhöhe – zu bauen.

Pfahlabstände: 2,6 bis 5 m (neue Leitlinie ab 2022: 2 bis 4 m)

Querabgrenzung der Latten, Rohre oder Litzen/Elektrobänder: mindestens zwei bis vier Stück im Abstand von 40 bis 70 cm; bei Ponys dichter, damit sie nicht den Kopf zwischen die Latten o.ä. stecken können.

Lage der Weide: Diese ist bei der Einzäunung zu berücksichtigen. Bei Flächen, die sich beispielsweise an Bahnstrecken, stark befahrenen Straßen oder in Hanglagen befinden, sollten die Zäune noch höher als empfohlen und ggf. durch weitere Querabgrenzungen sowie durch elektrischen Strom gegen einen möglichen Ausbruch gesichert werden.

Beschaffenheit der Zäune

Ein optimaler Weidezaun ist stabil und langlebig.

  • Geeignet sind Kunststoffzäune und Metallzäune z.B. glatte Rohre.
  • Holzzäune: Der Durchmesser der Pfosten bzw. Zaunpfähle sollten etwa 10 bis 12 cm betragen.
  • In Kombination mit festen Elementen aus Holz, Kunststoff oder auch Beton eigenen sich Elektrobänder (mind. 4 cm breit) oder -litze. Über dem oberen Querriegel oder zwischen den Pfosten angebracht, erhöhen sie die Ausbruchsicherheit.

Unzulässige und ungeeignete Einzäunung für Pferde sind Stachel- und Glattdrähte, Maschendrahtzäune, Kordeln, Seile oder verwittere Elektrolitzen. Pferde sehen die dünnen Zäune nicht und können sich schwer verletzen.

Elektrozäune konrtollieren

  • Elekrozäune müssen eine dauerhafte Spannung von 2000 bis 8000 Volt aufweisen.
  • Im Allgemeinen genügen drei stromführende Leiter.
  • Elektrozäune sind täglich zu kontrollieren und frei von Bewuchs zu halten.
  • Wichtig ist, dass sie reißfest, straff gespannt sind und nicht durchhängen. Die Kontrolle sollte digital oder analog dokumentiert werden. Spezielle Weidezaunprüfgeräte aus dem Fachhandel erleichtern die Kontrolle.
  • Zudem ist ein Schild anzubringen, das auf den E-Zaun hinweist. Meist hängt dieses am Tor.

Das Tor zur Weide

Beim Tor ist ebenfalls Einiges zu beachten.

  • Es sollte aus dem gleichen Material wie der Koppelzaun – Holz oder Metall - sein.
  • Das Tor ist stabil aufgehängt und mindestens zu hoch wie der Zaun und so breit, dass nur ein Pferd hindurch gehen kann (80 bis 90  cm) oder so groß bemessen, dass zwei Pferde aneinander vorbeigehen können (1,80 m).
  • Eine Elektroabsicherung über dem Tor sorgt zusätzlich für Ausbruchschutz.
  • Idealerweise ist das Tor nach Innen zu öffnen.
  • Das Schließsystem sollte sicher sein und nicht von den Pferden geöffnet werden können.

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