Wolfsgebiet Schermbeck

Erneut Ponys gerissen

Im Wolfsgebiet Schermbeck am Niederrhein kam es vergangene Woche in drei Nächten in Folge erneut zu Übergriffen auf Ponys.

Im Wolfsgebiet Schermbeck am Niederrhein kam es vergangene Woche in drei Nächten in Folge erneut zu Übergriffen auf Ponys. Diese ereigneten sich alle auf dem Gebiet der Gemeinde Hünxe im Ortsteil Hünxerwald. Am dortigen Kirchhellen-Wesel-Weg wurde in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ein Shetland-Pony gerissen.

In der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober 2021 wurde auf einer Weide in Hünxe, Kreis Wesel, ein Kleinpferd gerissen. Der 20-jährige Wallach wurde durch einen Kehlbiss getötet.

Pony vermutlich mit Kehlbiss getötet

Spaziergänger entdeckten das tote Tier am nächsten Tag auf der Weide. Das Pony wies einen Kehlbiss auf. Zudem fehlten ca. 5–10 kg Fleisch. Zwei weitere Pferde, die sich auf der Weide befanden, blieben unverletzt, berichtete Heinz-Wilhelm Beckmann vom Gahlener Bürgerforum AG Wolf.

Weiteres Pony schwer verletzt

In der darauffolgenden Nacht wurde auf derselben Weide ein 1,30 m großes Pony verletzt. Die Besitzerin entdeckte am nächste Tag die Verletzung am linken Hinterbein der Stute in Höhe des Kniegelenkes, die auf eine Bissverletzung hinwies.

Pony auf Weide gerissen

In der Nähe des Flugplatzes „Schwarze Heide“ wurde dann wiederum nur einen Tag später ein 1 m großes Pony gerissen. Das gut 20 Jahre alte Tier und vier weitere Pferde waren über Nacht auf einer Weide direkt am Wohnhaus untergebracht worden. Bei einem Kontrollgang der Besitzerin um 2 Uhr war noch alles in Ordnung. Danach muss das Pony dann durch mehrere Elektrozäune gehetzt worden sein.

Zwei Tage später wurde dieses Pony gerissen. (Bildquelle: Beckmann)

"Mit offenen Augen in eine Wolfskatastrophe"

Die Besitzerin fand es am nächsten Morgen etwa 100 m entfernt auf einer benachbarten Weide. Große Mengen an Fleisch und Innereien fehlten; ein Kehlbiss war deutlich erkennbar. „Wir sind noch ganz am Anfang und bekommen nicht mit, dass wir alle mit offenen Augen in eine Wolfskatastrophe hineinlaufen“, wird nach den neusten Rissen Tobias Schult von der Hengststation in Hünxe bei „Schermeck online“ zitiert.

„Das Nächste wird sein, dass nicht nur die Risse für die Tiere gefährlich sein werden, sondern, wenn demnächst ein Rudel Wölfe unsere Pferde-, oder Rinderherden über die Weiden und auf die Autobahnen, wie A 3 jagen, dann wird es auch für Menschen richtig gefährlich“. Laut Schult umfasst das Wolfsrudel im Bereich Schermbeck sieben bis zehn Tiere.

Landwirtschaftskammer NRW erweitert Dienstleistungsangebot für Tierhalter

Neu: Telefonhotline "Herdenschutz"

vor von Rebecca Kopf

Die Landwirtschaftskammer NRW bietet Tierhaltern, die sich Sorgen wegen Wolfsangriffen machen, eine Servicehotline zum Thema "Herdenschutz" an. Die Durchwahl lautet: 0 29 45 / 98 98 98.

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