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Zwischenfrüchte haben Potenzial

Der Anbau von Zwischenfrucht vor Stoppelweizen ist sinnvoll, aber nicht einfach. Dies zeigte eine Maschinenvorführung im hessischen Edermünde.

Die Direktsaat von Getreide in die zuvor abgetötete und gemulchte Zwischenfrucht stößt schnell an ihre Grenzen. Sinnvoll ist eine vorherige flache Bearbeitung.

Dass Zwischenfrüchte vielfältige positive Wirkungen auf Boden, Pflanzenwachstum und Ertrag haben, ist bekannt. Sie sind ein wichtiger Baustein im nachhaltigen Ackerbau, weil sie Nährstoffe der Vorkultur über den Winter retten und den Folgekulturen zur Verfügung stellen. Außerdem helfen sie beim Bodenschutz und unterstützen die Bodengesundheit. Dies wurde auf einer Tagung am Dienstag vergangener Woche im hessischen Edermünde deutlich.

Zwischenfrucht vor Stoppelweizen?

Kommen diese Vorteile auch zum Tragen, wenn die Zwischenfrüchte in dem kurzen Zeitraum nach der Getreideernte vor Stoppelweizen angebaut werden? Dieser Frage gingen die Gesellschaft für Konservierende Bodenbearbeitung (GKB) und der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) nach. Ziel ist es, die Zwischenfrucht nach der Gersten- oder Weizenernte hauptfruchtmäßig zu bestellen und später den folgenden Stoppelweizen in Mulch- oder Direktsaat zu drillen.

Auf dem Versuchsfeld wurden die Grenzen des Zwischenfruchtanbaus in einem trockenen Jahr 2019 sehr deutlich. Die Mischung aus 56 % Rauhafer und 44 % Phacelia wurde am 16. Juli in nur leicht feuchten Boden ausgesät. Entsprechend schlecht aufgelaufen sind die Bestände, vielfach war Gerstendurchwuchs zu sehen. Etwas besser entwickelten sich die Pflanzen bei einer späteren Aussaat Mitte August. Die Aufwüchse waren in allen Varianten, frühe oder späte Saat bzw. mit oder ohne Düngung, mit nur 9 bis 12 t Frischmasse bzw. weniger als 1 t Trockenmasse je Hektar sehr schwach.

Drilltechnik im Vergleich

Die Aussaat des Weizens erfolgte in Direktsaat in die zuvor mit Glyphosat behandelte und gemulchte Zwischenfrucht und auch in Mulchsaat nach flacher (8 bis 10 cm) bzw. tiefer (20 bis 25 cm) Bodenbearbeitung mit unterschiedlichen Drillmaschinen. Hier gab es deutliche Unterschiede zwischen den Geräten. Bei der Direksaat zeigten die Scheibensämaschinen ein gutes Bild. Dies gilt auch für die Köckerlingmaschine mit Zinken. Das Gerät der Firma Claydon mit Zinkenscharen hinterließ in der Direktsaat besonders bei tiefem Einsatz der Lockerungszinken ein sehr ungleichmäßiges, klutiges Saatbett. Ein gutes Ergebnis wurde in den Mulchsaatvarianten mit allen Maschinen erzielt.