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Hauptversammlung der Agravis Raiffeisen AG

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Agravis-Hauptversammlung mit runderneuertem Vorstand und viel Zuversicht. Kooperation mit den Primärgenossenschaften wieder im Mittelpunkt.

Rund 800 Aktionäre und Gäste waren nach Wunstorf-Kolenfeld gekommen. Für Dirk Köckler war es die erste Hauptversammlung als Agravis-Chef.

Der neue Agravis-Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler hat große Ziele. Nach dem Trockenjahr 2018 will das Handels­unternehmen 2019 den Umsatz und das Ergebnis stabilisieren, 2020 soll dann wieder Wachstum angesagt sein.

Klare Zielvorstellung

Bei der Hauptversammlung der Agravis Raiffeisen AG in Wunstorf-Kolenfeld (Niedersachsen) nannte der Chef der „Zentralgenossenschaft“ am Donnerstag der vergangenen Woche vier Ziele: An erster Stelle stehen für den seit zwei Monaten amtierende Vorstandsvorsitzende die Stärkung des genossenschaftlichen Verbundes und der Ausbau des Geschäftes mit allen Gesellschaftern. Außerdem geht es ganz klar darum, Geld zu verdienen, auch um für die Aktionäre eine Dividende ausschütten zu können. Für die Beschäftigten muss Agravis ein attraktiver Arbeitgeber sein. Und um das alles zu erreichen, muss Agravis Marktführer in den wichtigen Geschäftsbereichen werden oder bleiben.

„Auf Augenhöhe“ mit den Genossenschaften will Köckler agieren, damit alle davon profitieren. Wenn Agravis den bestmöglichen Job mache, falle es genossenschaftlichen Aktionären, Lieferanten und Kunden leicht, das Geschäft mit Agravis zu machen. Es gehe um Professionalität und gegenseitige Wertschätzung. Als frisch gewähltes Vorstandsmitglied und „Chief Operating Officer (COO)“ soll Hermann Hesseler Köckler dabei eine wichtige Stütze sein. Er folgt im Amt auf Johanna-Maria Schaecher, die Ende April aus dem Unternehmen ausgeschieden ist.

Mit dem Strategieprojekt Hanse habe die Agravis bereits kompakte organisatorische Weichenstellungen hin zu mehr operativer Ausrichtung vorgenommen. Jetzt gehe es um eine Konzentration auf den Markenkern. Als Beispiele dafür nannte Köckler den Bau einer Flüssigdüngeranlage in Schwedt an der Oder als Joint Venture mit dem Verbio-Konzern, die Gründung der Regio Baustoffe GmbH & Co. KG und eine neue Aufstellung im Geschäft mit Spezialfuttermitteln.

Auf den bevorstehenden Strukturwandel sei die Agravis eingestellt – durch Kooperationsmodelle mit Genossenschaften sowie eine Wachstumsstrategie außerhalb des Kernarbeitsgebietes. Genauso wichtig sei es aber, den Kunden künftig stärker als bisher ganzheitliche Lösungen und Konzepte anzubieten, die weit über die Belieferung von Futtermitteln hinausgehen. Hier sei die Agravis zum Beispiel mit der Nährstoff-Software Delos aktiv, die bei der Umsetzung der Düngeverordnung hilft.

Eigenkapital gestärkt

Das Geschäftsjahr 2018 hat Agravis mit einem Umsatz von 6,6 Mrd. € (+2,2 %) und einem Ergebnis vor Steuern von 30,4 Mio. € (+20 %) beendet. Das ist, wie Finanzvorstand Johannes Schulte-Althoff erklärte, angesichts der schlechten Rahmenbedingungen im vergangenen Jahr ein immer noch zufriedenstellendes Ergebnis. Geplant war allerdings ein deutlich höherer Gewinn. Die fehlende Ertragsschöpfung aufgrund der Trockenheit traf besonders den Agrarhandel und das Betriebsmittelgeschäft. Bezogen auf das gesamte Getreidejahr – von der Ernte 2018 bis zur Ernte 2019 – bezifferte Schulte-Althoff die trockenheitsbedingte Lücke beim Ergebnis vor Steuern auf 40 Mio. €.

Das Eigenkapital ist weiter gewachsen, die Bilanz per 31. Dezember 2018 weist dazu 581 Mio. € aus. Das entspricht rund 29 % der Bilanzsumme in Höhe von 2 Mrd. €.

Aufsichträte wiedergewählt

Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat gab es keine Überraschungen. Für fünf Jahre wiedergewählt wurden alle drei turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder: Landwirtin Susanne Schulze Bockeloh aus Münster, Axel Lohse aus Stade (Vorstand Raisa eG, Stade, Niedersachsen) und Günter Lonnemann aus Ankum in Niedersachsen (Raiffeisenagrar).