Partner von

Wolf im Visier

Noch gibt es wenige Probleme mit dem Wolf in NRW. Laut Experten kann sich das schon bald ändern. Foto: pexels.com

08.08.2017 . Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband und der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden fordern den Abschuss von Wölfen.

Die Ausbreitung des Wolfes löst bei Landwirten, insbesondere bei Schafhaltern, Befürchtungen aus.

Das nahmen der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe (VJE) sowie der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) im Mai zum Anlass, ein Fachgutachten zum Thema Wolf erstellen zu lassen.

„Es geht nicht darum, den Rückkehrer Wolf aus unserer Kulturlandschaft zu verbannen. Vielmehr möchten wir einen verantwortungsvollen Umgang im künftigen Zusammenleben mit dem Wolf herbeiführen“, erklärte Clemens Freiherr von Oer, Vorsitzender des VJE am Dienstag in Münster. 

89-seitiges Gutachten

Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel  von der freien Universität Berlin ist Autor der 89-seitigen Stellungnahme und stellte die wichtigsten Thesen vor: Noch stellt der Wolf in Nordrhein-Westfalen (NRW) keine besondere Gefahr dar, es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis Probleme auftreten. 

Die Gefahr im Straßenverkehr ist besonders im dicht besiedelten NRW ein Problem. Aufgeschreckte Weidetiere, flüchtendes Wild oder die Wölfe selbst sind ein Risiko für Autofahrer, sagte der Diplom-Biologe und Professor für Zoologie. 

Der Wolf ist nicht vom Aussterben bedroht, wie es oft falsch heißt. Jedes Jahr wächst der Bestand um 30 bis 35 % – die Population verdoppelt sich also alle drei Jahre.Durch die Anwesenheit des Raubtieres Wolf ändern auch andere Wildarten ihr Verhalten, hob der Zoologe hervor. Dadurch könnten mehr Wildschäden in den Revieren entstehen.

Bejagen statt entnehmen 

Einig waren sich sowohl WLV-Präsident Johannes Röring, Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel sowie Clemens Freiherr von Oer, dass das Problem aufgegriffen werden müsse, bevor „das Kind in den Brunnen fällt“. Gemeinsames Ziel ist, die Diskussion sachlich zu führen, ohne den „emotionalen Hype“ wie damals bei der Diskussion um den Abschuss von Katzen.
 
„Das Wort Entnahme bei dem Beschuss von Wölfen ist unangebracht“, sagte Pfannenstiel. „Es gibt weder stichhaltige juristische noch wildbiologische oder populationsökologische Gründe, weswegen der Wolf nicht auch in Deutschland planmäßig bejagt werden könnte.“ Kirsten Gierse-Westermeier

24°C