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Wölfe: "Die Regierung schaut zu"

Wölfe reißen in Deutschland derzeit in jeder Woche elf Schafe und zwei Damhirsche, außerdem Rinder und Ziegen. Das brachte nun eine "Kleine Anfrage" ans Tageslicht. Die Bundesregierung handelte sich prompt den Vorwurf der Untätigkeit ein.

Das sieht nur friedlich aus: Wölfe in freier Wildbahn können enormen Schaden anrichten. Foto: Hennig

Wölfe reißen in Deutschland derzeit in jeder Woche elf Schafe und zwei Damhirsche, außerdem Rinder und Ziegen. Das brachte nun eine "Kleine Anfrage" an die Bundesregierung ans Tageslicht. Doch die Regierung schaut zu, dokumentiert und verwaltet – das zumindest wirft ihr die Linksfraktion vor.

Mit Blick auf die stark zunehmenden Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere hat die agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Dr. Kirsten Tackmann, der Bundesregierung erhebliche Defizite beim Herdenschutz vorgeworfen und Konsequenzen angemahnt. Tackmann wies darauf hin, dass allein die Zahl der dokumentierten Schafrisse nach Aussage des Bundes zwischen 2002 und 2015 um fast das Zwanzigfache auf fast 600 Vorfälle gestiegen sei. Sie fordert deshalb dringend mehr Unterstützung für die Weidehaltung, die ohnehin schon die „Verliererin der EU-Agrarpolitik“ sei.

Tackmann: Das Agrarressort duckt sich weg

Überhaupt, so Tackmann, sei der grundsätzliche Umgang der Bundesregierung mit diesem Thema „problematisch“. Dass Fragen zum Herdenschutz im Rahmen einer Kleinen Anfrage vom Bundesumwelt- statt vom Bundeslandwirtschaftsministerium beantwortet würden, zeige, dass der Wolf primär als Artenschutzthema gesehen und der Herdenschutz von der Bundesregierung nicht ernst genommen werde, monierte die Agrarsprecherin der Linken. Nach ihrer Auffassung duckt sich das Agrarressort beim Herdenschutz weg und versäumt hier dringend notwendige Forschungsarbeiten.

„Die Antwort auf die Kleine Anfrage zeigt deutlich, dass sich die Bundesregierung aufs Dokumentieren, Verwalten und Beobachten beschränkt“, stellte Tackmann fest. Das sei angesichts der zunehmenden Konflikte absurd. Den Weidetierhaltern gehe es nicht nur um einen finanziellen Ausgleich, sondern um mehr Unterstützung bei der Verhinderung von Übergriffen. Dazu müsse ein Herdenschutzkompetenzzentrum des Bundes beitragen, forderte die Linken-Politikerin.

Ist das Tierschutz?

Nach Angaben der Bundesregierung ist die Zahl der dokumentierten Wolfsrisse bei Nutztieren von 33 Fällen im Jahr 2002 auf zuletzt 714 Tiere gestiegen. Getötet wurden 2015 sechs Ziegen, 16 Rinder, 94 Damhirsche und Gatterwild sowie 596 Schafe – das waren 2015 mehr als elf Schafe pro Woche. AgE