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Windkraftanlagen gefährden Uhus nicht

Uhus gehören zu den streng geschützten Arten. Im Abstand von 1000 m zu ihren Horsten darf keine Windkraftanlage genehmigt und gebaut werden. Foto: Blickwinkel / M. Woike

Der Uhu wird durch moderne Windkraftanlagen kaum bedroht. Das ist das Ergebnis eines Forschungsprojektes des Planungsbüros Ökon aus Münster. Das Projekt wurde unter anderem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), der Stiftung Westfälische Landschaft sowie der Firma Enercon gefördert.

Moderne Windkraftanlagen sind heute bis zu 200 m hoch (Mast plus Rotor). Der Rotor hat einen Durchmesser von 60 m, die untere Spitze eines Flügels ist etwa 90 m vom Boden entfernt. Brütet ein Uhu in einer Windzone, soll der Abstand vom Horst bis zur nächstgelegenen Anlage 1000 m betragen.

Den Planungsbüros und Behörden fehlen bislang aber Daten, wie weit und hoch die Uhus in ihren Revieren tatsächlich fliegen und ob sie durch die Rotoren der Windkraftanlagen gefährdet sind. In vier Uhu-Brutrevieren (Rheine-Waldhügel, Nottuln, Dülmen-Rödder und Coesfeld-Flamschen) haben Ökon-Mitarbeiter sechs Uhus mit GPS-Sendern bestückt. Im Sommer 2014 haben die Sender alle Daten der Vögel gespeichert. Dabei wurde das Ruhe- und Flugverhalten der Eulenart im Detail untersucht.

Das Leben der Uhus
Uhus brüten bevorzugt in Steinbrüchen, stillgelegten Sand­kuhlen sowie in hohen Bäumen. Tagsüber schlafen sie, nachts fliegen sie und erbeuten Ratten, Mäuse, Kaninchen, Entenküken und Bisame. Mit einer Spannweite von bis zu 1,80 m sind die Uhus die größte Eulenart in unserer Heimat. Weil ihre Art streng geschützt ist, darf man in der Nähe ihrer Horste keine Windanlagen bauen.

Die wichtigsten Ergebnisse

In der vergangenen Woche präsentierten Ökon-Geschäftsführer Olaf Miosga und sein Mitarbeiter Daniel Krämer die wichtigsten Ergebnisse ihres Projektes:

  • Die sechs untersuchten Uhus sind zu fast 100 % unter einer Flughöhe von 50 m geblieben. Sie fliegen in Baumwipfelhöhe, also etwa in 10 bis 20 m. Ein Flug dauert in der Regel weniger als 60 Sekunden.
  • Die Uhus sind sehr kommod. Nach jedem Kurzflug von Ansitz zu Ansitz ruhen sie sich längere Zeit aus und beobachten ihr Revier. Flughöhen über 50 m konnten die Ökon-Mitarbeiter nicht sicher nachweisen.
  • Je nach Horst und Umgebung ist das Flugverhalten der Uhus etwas unterschiedlich. Wenn etwa die Weibchen im Frühsommer ihre Jungen großziehen, legen die Männchen größere Strecken zurück, um Futter zu suchen und zum Nest zu transportieren.

Das Forschungsprojekt untersuchte aber nur das Flugverhalten der Vögel im Flachland. Ob Uhus im bergigen Gelände, etwa Sauerland, höher fliegen und sich flügge gewordene Jungtiere ähnlich wie ihre Eltern verhalten, muss noch genauer untersucht werden. As

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