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Fruchtbarkeitsseminar der RUW

Hochleistungskühe: Wie die Fruchtbarkeit verbessern?

Bei Milchkühen hat sich die Fruchtbarkeit scheinbar verschlechtert. Woran liegt das? Darüber sprachen Experten auf dem Fruchtbarkeitsseminar der Rinder-Union West auf Haus Düsse.

Ein gesunder Stoffwechsel ist die Grundlage für eine stabile Milchleistung und Fruchtbarkeit.

Prof. Dr. Rudolf Staufenbiel von der Freien Universität Berlin stellte fest: "Heute ist die gleiche Situation wie 2000. Damals hatten wir den ersten BSE-Fall in Schleswig-Holstein. Die Landwirtschaft durchläuft eine Phase mit schwierigem Stand in der Gesellschaft. Am Ende wird es in der Summe denen, die bei Landwirtschaft bleiben, besser gehen. Das sich etwas verändert, ist normal." Nach einer kurzen Pause fügte er hinzu: "Ich habe Hochachtung vor denen, die weiter Milchkühe halten."

Staufenbiel ist der Meinung, dass das Nichtbeachten physiologischer Zusammenhänge, das Ausrichten der Fruchtbarkeitskennziffern an technologische und betriebwirtschaftliche Ziele sowie das Nichtbeachten veränderter Rahmenbedingungen eine schlechtere Fruchtbarkeit zur Folge haben. Er sehe keinen Zusammenhang mit der Zucht oder hohen Milchleistung einer Herde.

Eine Möglichkeit die Fruchtbarkeit zu verbessern sei das Verlängern der Rastzeit. Allerdings müssen Landwirte dabei die variierenden Leistungen der Tiere, die Körperkondition und die Ökonomie im Blick haben. Die Entscheidung für eine verlängerte Laktation kann von Betrieb zu Betrieb verschieden sinnvoll sein.

Ist die Eizelle noch zu retten?

Dr. Hugo Hauschulte von der RUW referierte über das Thema "Kühe mit hohen Leistungen – Ist die Eizelle noch retten". Das Bullensperma sei qualitativ viel besser geworden, trotzdem häufen sich die Fruchtbarkeitsprobleme bei der Hochleistungskuh. Ein Rind brauche im Schnitt 1,3 Besamungen, eine Kuh 2 bis 3. "Das Problem liegt nicht bei der Genetik, sondern beim Management", so Hauschulte. Das Hauptproblem seien geschädigte Eizellen. Jede Produktionskrankheit wirkt sich auf die Entwicklung der Eizellen aus.

Außerdem führen eine ausgeprägte negative Energiebilanz, Immunsupressionen und Entzündungen oder Schmerzen zu einer reduzierte Fruchtbarkeit bei Hochleistungskühen. Vor allem die negative Energiebilanz und der damit verbundene Verlust der Körpermasse können das komplizierte Follikelwachstums stören. "Die wichtigste biologische Stellgröße für die Tiefe und Dauer der negativen Energiebilanz ist die Körperkondition zur Zeit der Abkalbung", betonte Hauschulte.