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Zukunft der Zuckerfabrik Warburg

Warburg: Die Bauern wollen kämpfen

Im Kreis Höxter beherrscht die von der Schließung bedrohte Zuckerfabrik in Warburg zurzeit die Diskussionen. Die Pläne der Südzucker AG stoßen auf breiter Front auf Unverständnis, Wut und Widerstand.

Wie lange bleiben die Tore der Warburger Zuckerfabrik noch geöffnet?

Der Warburger Bürgermeister Michael Stickeln will alles daran setzen, die Zuckerrübenfabrik inmitten der Rübenanbauregion und die rund 60 Arbeitsplätze zu erhalten. Es bleibe nicht viel Zeit, aber man werde Druck ausüben und das Gespräch mit Vorstand und Aufsichtsrat suchen, so der Kommunalpolitiker. Unterstützt wird er dabei von Landrat Friedhelm Spieker, den heimischen Land­tags­- und Bundestagsabgeordneten Matthias Goeken bzw. Christian Haase, sowie Vertretern der Landwirtschaft.

"Fahren Sie mit Ihren Treckern nach Warburg"

Auf dem WLV-­Kreis­bauerntag in Brakel am ver­gangenen Donnerstag kündigte Spieker an, eine Resolution für den Erhalt der Zuckerfabrik in den Kreistag einzubringen. Außerdem ermutigte er die Landwirte, ihren Interessen offensiv und öffentlichkeitswirksam Gehör zu verschaffen: „Setzen Sie ein Zeichen, fahren Sie mit Ihren Treckern nach Warburg“, schlug der Landrat vor.

Und die Landwirte aus der Region haben diesen Gedanken aufgegriffen. Für den heutigen Dienstagabend ist ein Treckerkorso als Sternfahrt zur Winterversammlung der Südzucker AG in Hohenwepel bei Warburg geplant. Dort wollten die Bauern dem Unternehmensvorstand klar machen, welche Folgen eine Werksschließung für die Region hätte.

Tillmann: Zuckerrübenanbau muss eine Zukunft haben

Wie Antonius Tillmann als Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter betonte, gehe es nicht nur um die Zuckerfabrik allein, sondern um die Zukunft des Rübenanbaus in der Region. Dieser müsse den heimischen Landwirten erhalten bleiben: „Wenn die Südzucker AG 15 % der Erzeugung einsparen will, dann darf das auf keinen Fall nur hier bei uns in Ostwestfalen stattfinden“, forderte der Landwirt aus Bonenburg. Hier sei auch die Solidarität unter den Rübenanbauern in den verschiedenen Anbaugebieten gefragt.

Die heimischen Bauern bräuchten weiterhin Perspektiven im Ackerbau, so Tillmann. Die Zuckerrübe sei ein wichtiges ökonomisches Standbein für die Betriebe, aber vor allem eine Zukunftsfrucht unter sich ändernden klimatischen Verhältnissen und eine Bereicherung der Fruchtfolge unter ökologischen Gesichtspunkten. Deshalb müssten alle Alternativen zur Standortschließung noch einmal geprüft werden, forderten Tillmann und seine Berufskollegen in einer Resolution an Vorstand und Aufsichtsrat der Südzucker AG.