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Trüffelanbau

Trüffelsuche in Westfalen

Trüffel gehören in NRW nicht gerade zu den Klassikern auf dem Acker. Trotzdem hat Heinrich Vernhold aus Lippetal den Anbau gewagt und hofft in diesem Jahr auf die erste Ernte der kostbaren Spezialität.

Weiße Trüffel sind zwar die Favoriten unter den Edelpilzen, aber auch die heimischen Burgundertrüffel gehören zu den Lieblingen.

Dass Deutschland vor 200 Jahren als Exportland für Trüffel galt, weiß heute kaum noch jemand. Stattdessen werden Millionenwerte an Trüffel ins Land importiert. Und das, obwohl Deutschland beste Voraussetzungen für den Trüffelanbau besitzt. Darauf spekuliert auch Trüffelanbauer Heinrich Vernhold. Vor sieben Jahren hat er die erste Trüffelplantage angelegt und sieht heute großes Potenzial in seinem Projekt. Was genau das Geheimnis des Trüffelanbaus ist, hat er uns bei einem Besuch auf seinem Betrieb in Lippetal, Kreis Soest verraten.

Vom anderen Ende der Welt

"Manchmal kommen einem die besten Ideen, wenn man nicht damit rechnet", erinnert sich Heinrich Vernhold an jenen Abend zurück, als er zur späten Stunde, den Fernseher einfach nicht ausstellen konnte. Der Grund: eine Dokumentation über zwei Landwirte aus Neuseeland, die Trüffel anbauen. Trüffel werden europaweit angebaut - vom Mittelmeerraum bis nach Skandinavien. "Warum dann nicht auch hier, im deutschen Lippetal?", fragte er sich und ließ den Worten Taten folgen. Heute betreibt Vernhold mit seiner Frau Silke rund 4 ha Trüffelplantagen.

Wohlfühlfaktor: kalkhaltig!

"Für den erfolgreichen Anbau des hier heimischen Burgundertrüffels müssen einige entscheidende Punkte beachtet werden", erklärt der Edelpilz-Experte. "Voraussetzung ist ein gut durchlüfteter, lehmiger bis schluffiger Boden, mit pH-Werten um die 7,5." Das alleine reicht jedoch nicht: Trüffel entwickeln sich nur, wenn sie eine Symbiose mit den Wurzeln geeigneter Bäume eingehen können. Silke und Heinrich Vernhold haben sich nach umfangreicher Recherche für Eichen, Buchen und Haselnussbäume entschieden. 2000 Stück stehen davon inzwischen auf ihren Plantagen. Erst jetzt, nach sieben Jahren, soll es hoffentlich die erste Ernte geben.

Ernten, und was dann?

Der Trüffelanbau ist eine langfristige Investition - denn zwischen Anbau und erster Ernte vergehen durchschnittlich sieben Jahre. In diesem Jahr ist es soweit: Die Plantage sollte nun Früchte tragen. Idealer Erntezeitraum ist von Oktober bis Februar. Große Erträge erwarten die Vernhold's noch nicht: etwa 1 bis 2 kg/ha sollten es aber schon sein. Der Ertrag steigert sich dann von Jahr zu Jahr. "Die kostbaren Pilze liegen bis zu 20 cm unter der Erde", erklärt Vernhold. Um sie zu finden, braucht es jedoch Spezialisten: Vernhold's Helfer haben vier Beine und eine empfindliche Fellnase - drei speziell für die Trüffelsuche ausgebildete Hunde.

Geplant ist, die Trüffel direkt zu vermarkten. Vor allem Feinkostläden und Restaurants zeigen bereits großes Interesse an der kulinarischen Spezialität aus der Region.

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