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Bürokratie frisst Arbeitszeit

Von wegen praktische Arbeit: Ein Tierhalter sitzt heute durchschnittlich vier Stunden mehr am Schreibtisch als noch 2014. (Foto: Dorda)

11.08.2017 . Landwirte in der Tierhaltung müssen deutlich mehr Zeit für Bürokratie aufwenden als 2014. Gut vier Stunden im Monat sitzen sie länger am Schreibtisch. Dort warten Anträge, Nachweispflichten, Dokumentationen und Registrierungen.

Landwirte müssen immer mehr Zeit an PC und Schreibtisch verbringen, um die Auflagen, Nachweispflichten und Kontrollen in ihren Betrieben zu bewältigen. Durchschnittlich verbringen Tierhalter im Monat vier Stunden länger am Schreibtisch als noch 2014. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage im Rahmen des Konjunkturbarometer Agrar hervor, wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilte.

32 Stunden Bürokratie im Monat

So müssen Landwirte mit Tierhaltung derzeit im Monat rund 32 Stunden aufwenden, um ihre bürokratischen Pflichten zu erfüllen; etwa vier Stunden oder 14 Prozent mehr als noch 2014. Allein für die Registrierung der Nutztiere und die Dokumentation von Tierarzneimitteln sind monatlich gut 12 Stunden „Schreibarbeit“ notwendig.

Zugenommen hat auch die geforderte Bürokratie bei Ackerbaubetrieben. Die notwendigen Aufzeichnungen bei der bisherigen Dünge-Verordnung und beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verlangen von einem durchschnittlichen landwirtschaftlichen Betrieb in Deutschland monatlich gut 8 Stunden Arbeitszeit.

Cross Compliance & Co. 

Die Gründe für die relativ starke Zunahme der Büroarbeit der Landwirte in den letzten drei Jahren liegen auch in umfangreicheren Anforderungen bei Antragstellung, Aufzeichnungen und Nachweispflichten der EU-Agrarförderung, einschließlich Cross Compliance. Dafür benötigen die Landwirte heute mehr als 61 Stunden im Jahr, was einem Zeitaufwand von 5,1 Stunden pro Monat entspricht. Vergleichsweise gering fällt dagegen der Zeitaufwand für Steuererklärungen (2,6 Stunden/Monat) und für die Agrarstatistik/Berufsgenossenschaft (2,1 Stunden/Monat) aus.

1000 Landwirte und Lohnunternehmer befragt

Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Zur aktuellen Runde im Juni 2017 befragte dazu das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt rund 1.000 Landwirte und Lohnunternehmer in ganz Deutschland. DBV

Eine Übersicht der Aufgaben finden Sie in der Bildergalerie oder hier zum Download.

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