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Ackerbau

Stabile Erträge sind möglich

Es lohnt sich an den kleinen aber auch größeren Schrauben zu drehen, um die Leistungen auf dem Acker zu steigern - denn schon jetzt könnten die Pflanzen erheblich mehr leisten. Aber wie genau?

Nur wenn das Anbaugerät richtig arbeitet, lassen sich Schadverdichtungen vermeiden und Erträge langfristig steigern.

Ackerbauern kämpften in den vergangenen Jahren gegen stagnierende oder gar sinkende Erträge. Aber mit Sorgfalt und weiten Fruchtfolgen lassen sich mögliche Potenziale erschließen und wachsende Ernten erzielen.

Die Pflanzen könnten bereits heute erheblich mehr leisten. Es kommt darauf an, das bisherige Tun im Bereich Bodenbearbeitung, Fruchtfolgegestaltung oder Pflanzenschutz zu hinterfragen. Eine Vortragsveranstaltung des Getreidemagazins in der vergangenen Woche auf Haus Düsse gab wertvolle Impulse.

Fruchtfolge als Grundlage

Prof. Dr Ute Kropf, Dozentin für Pflanzenbau an der Fachhochschule Kiel, ist davon überzeugt, dass nur weit gestellte Fruchtfolgen auf Dauer gute Erträge ermöglichen, da sich so größere Gesundheitsprobleme bei den Pflanzen verhindern lassen.

Die Pflanzenbauspezialistin ärgert sich darüber, dass über viele Jahre die Fruchtfolgen nur betriebswirtschaftlich optimiert wurden, wobei aber phytosanitäre Effekte keine Rolle spielten. So erklären sich die häufig zu engen Raps-Fruchtfolgen. Doch heute sind nicht wenige Flächen rapsmüde. Einige liefern auch in normalen Jahren kaum 30 dt/ha, obwohl sich auf jungfräulichen Flächen in direkter Nachbarschaft gleichzeitig um die 50 dt/ha dreschen lassen. Kropf glaubt, dass Raps nur alle fünf bis sechs Jahre auf einem Acker stehen sollte.

Kohlenstoffvorrat erhalten

Besonders kritisch beurteilt Kropf Monokulturen mit Silomais für eine Biogasanlage. Bisher bestand die Meinung, dass der Gärrest als Lieferant von organischer Masse ausreicht, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. Neue Untersuchungen haben ergeben, dass diesem Nährstoffkreislauf durch das Verbrennen des Methans (CH4) enorme Kohlenstoffmegen verloren gehen. Dem Boden werden so unter Umständen jährlich etwa 4% des Kohlenstoffs entzogen. Darum ist der Boden relativ schnell außer Stande, eine stabile Krümelstruktur zu erhalten.

Boden intensiv bearbeiten?

Rolf Klingel, Landwirtschaftsmeister und freier Berater, gibt zu bedenken, dass es gute Gründe für eine intensive aber auch für eine extensive Bodenbearbeitung gibt. Klingel hat die Erfahrung gemacht, dass Landwirte während der Arbeit genau hinschauen sollten, welche Effekte ein Grubber oder ein Pflug im Boden tatsächlich hat. Nur so kann er verhindern, dass z.B. Schadverdichtungen entstehen.

Um die Strohverteilung und die Rotte zu verbessern, hält Klingel es für eine gute Idee, die Stoppeln nach der Ernte möglichst tief zu mulchen. Wenn Landwirte die Stoppeln dann jeweils im 45°-Winkel zur Saatrichtung bearbeiten, ist die Verteilung des Strohs in der Regel sehr gleichmäßig. Der Berater gibt zwar zu, dass Schare und Zinken mit großer Materialstärke lange Standzeiten aufweisen, er hält trotzdem nichts davon, da sie den Boden eher verdichten als dünne, scharfe Werkzeuge.

Ackerbau in Frankreich
Dass die Landwirte im Nachbarland nicht auf Rosen gebettet sind, erläuterte Robert Dorsemagen aus Haute-Marne, Frankreich. Wegen der seit den 80er Jahren üblichen Fruchtfolge Raps – Weizen – Gerste sind resistenter Ackerfuchsschwanz und Rapsmüdigkeit ein Dauerthema. Dorsemagen schätzt, dass der Weizenertrag in den vergangenen 20 Jahren jährlich um etwa 0,5 dt/ha gesunken ist. Viele Böden sieht er schlecht mit Phosphor und Stichstoff versorgt. Da der Staat Maschineninvestionen mit bis zu 60 % fördert und die Abschreibungsbedingungen günstig sind, kaufen sich französische Landwirte schnell neue Geräte. So liegen für Dorsemagen die Maschinen- wie Arbeitserledigungskosten auf einem deutlich zu hohen Niveau.