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SPD und Grüne abgewählt

Bei den NRW-Landtagswahlen konnten alle CDU-Kandidaten aus der Landwirtschaft ein Direktmandat erringen. Annette Watermann-Krass (SPD) sowie Johannes Remmel und Norwich Rüße (Bündnis 90/Die Grünen) sind über die Listen ihrer Partei weiter im Landtag vertreten.

Wer die leeren Plätze im Landtag besetzen darf, steht seit Sonntagabend fest. Foto: Wikimedia / M. Kosinsky

Bei den NRW-Landtagswahlen konnten alle CDU-Kandidaten aus der Landwirtschaft ein Direktmandat erringen. Annette Watermann-Krass (SPD) sowie Johannes Remmel und Norwich Rüße (Bündnis 90/Die Grünen) sind über die Listen ihrer Partei weiter im Landtag vertreten.


Wer hätte das gedacht? – Die Wählerinnen und Wähler des Landes NRW haben die amtierende Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und mit ihr die Partei Bündnis 90/Die Grünen abgewählt. Mit 31,2 % (–7,9 %) hat die SPD ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl erreicht. Die CDU wurde mit 33 % (+6,6 %) stärkste Kraft, gefolgt vom zweiten Wahlgewinner FDP mit 12,6 % (+4 %).

Die Partei von Klima-, Umwelt- und Landwirtschaftsminister Johannes Remmel wurde mit 6,4 % (–5,0 %) ebenfalls abgestraft. Die Alternative für Deutschland (AfD) kam aus dem Stand auf 7,4% der Stimmen. Die Linke (4,9%) dagegen hat knapp den Sprung in den neuen Landtag verpasst.

Eine kurze Wahlanalyse

Wie nun haben die von den Parteien aufgestellten Kandidaten/-innen aus der Landwirtschaft und aus dem bäuerlichen Umfeld bei der Wahl abgeschnitten? Und welche weiteren Besonderheiten kann man aus Sicht der Land- und Forstwirte registrieren?
Unsere kurze Wahlanalyse im Überblick:

  • Alle von der CDU aufgestellten Bewerber/-innen haben in ihren Wahlkreisen das Direktmandat mit zum Teil satter Mehrheit gewonnen: Heike Wermer aus Heek-Ahle kam im Wahlkreis Borken II auf 56,3 %, Christina Schulze Föcking (Steinfurt I) auf 53,3 %, Wilhelm Kordt (Coesfeld I/Borken III) auf 51,9 %, Bianca Winkelmann (Minden-Lübbecke I) auf 43,5 % und Heinrich Frieling (Soest I) auf 42,3 %. Margret Voßeler (Kleve I) erzielte 50,1 %, Rainer Deppe (Rheinisch-Bergischer Kreis II) 47 % und Josef Hovenjürgen (Recklinghausen IV) 41,1 %.
  • Johannes Remmel kam in seinem Wahlkreis Siegen-Wittgenstein I auf 6,9 % der Erststimmen, Biobauer Norwich Rüße erzielte in Steinfurt I 6,7 % und Dr. Gregor Kaiser in Olpe 4,2 % der Erststimmen. SPD-Kandidatin und Bauerntochter Annette Watermann-Krass (SPD) aus Sendenhorst lag im Wahlkreis Warendorf II mit 34,8 % der Erststimmen deutlich hinter Henning Rehbaum von der CDU (44,8 %).
  • Nach den vorläufigen Ergebnissen des Landeswahlleiters ziehen keine Kandidaten/-innen der CDU über die Landesliste in den neuen Landtag, da alle Sitze in Wahlkreisen errungen wurden. Über die SPD-Liste ziehen 13 Frauen und Männer ein (darunter Annette Watermann-Krass). Das sehr gute Abschneiden der FDP wird mit 28 Sitzen belohnt (darunter Henning Höne, der im Wahlkreis Coesfeld I/Borken III auf 9,2 % kam). Die AfD wird mit ihrem Stimmenanteil wahrscheinlich 16 Landtagsmandate bekommen.
  • Von den 128 Wahlkreisen sind 72 direkt an den Wahlgewinner CDU gegangen und 56 an die SPD. Die höchsten Stimmenanteile holte die CDU erneut im Münsterland (hier wurden zehn von elf Wahlkreisen direkt gewonnen), im Sauer- und Siegerland sowie im Raum Paderborn und der Eifel.
  • Bündnis 90/Die Grünen hat ihre Stammwähler nach wie vor in den Städten; die meisten Stimmen erzielte die Partei in den Kölner Wahlkreisen (von 13,2 bis 16,6 %) sowie in den Universitätsstädten Bielefeld und Münster.
  • Die SPD holte ihre Direktmandate vorwiegend im Ruhrgebiet (Unna, Hamm, Herne, Dortmund, Oberhausen), wenngleich sie auch hier zum Teil erhebliche Stimmenverluste hinnehmen musste.
  • Hannelore Kraft kam in ihrem Wahlkreis Mühlheim I auf 43,7% der Erststimmen. Der Spitzenkandidat der CDU, Armin Laschet, setzte sich in Aachen II nur knapp mit 35,8% gegen Daniela Jansen (SPD, 34,9%) durch.
  • Die höchsten Stimmenanteile erzielte die rechtspopulistische AfD in den Arbeiterhochburgen Gelsenkirchen und Duisburg (15,2 bzw. 14,6 %). AfD und die Partei „Die Linke“ hatten in den ländlichen Wahlkreisen nur wenig Zulauf.

Hohe Wahlbeteiligung
Von den 13,2 Mio. stimmberechtigten Männern und Frauen in NRW haben 65,2 % ihre Stimme abgegeben. Die Wahlbeteiligung lag mit 65,2 % um 5,6 % höher als bei der letzten Landtagswahl. Selbstständige, Beamte und vor allem die ältere Generation haben der vorwiegend der CDU ihre Stimme gegeben.

Nach Ansicht der Wahlforscher haben andere Themen als die Landwirtschaft die Wahl zwischen Rhein und Weser entschieden: Die hohe Kriminalität in NRW, der Streit um die richtige Schulpolitik (Inklusion, Abitur mit acht oder neun Jahren) sowie die in weiten Teilen marode Infrastruktur des Landes (schlechte und verstopfte Straßen, kaputte Brücken). Agrar- und Umweltthemen wie die moderne Tierhaltung, Stallbauten oder der Artenschutz spielten bei den Wählerinnen und Wählern offensichtlich kaum eine Rolle. As

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