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Silphie-Anbau künftig sicherer?

Die Durchwachsene Silphie bringt in puncto Ökologie viele Vorteile mit sich. Bisher stellte die Keim­fähigkeit jedoch ein großes Problem dar. Ein neues Anbauverfahren schafft neue Möglichkeiten.

Durch eine entwickelte Saatgutbehandlung wurde die Keimfähigkeit der Silphie auf 90 % erhöht. Wenn die Dauerkultur einmal gesät ist, verspricht sie 15 Jahre Ernte.

Seit 2015 steht der Markenname Donau- Silphie für die Untersaat der Energiepflanze in Mais. Das Besondere an diesem Konzept ist die Saatgutbehandlung sowie die Saattechnik.

Kein Verlust

Der Anbau der Silphie stellte die Landwirte vor viele He­rausforderungen. „Besonders die von Natur aus schlechte Keimrate der Pflanze war eine große He­rausforderung im Anbau“, erklärte Gerd-Hinrich Groß, Anbauberater der Donau-Silphie, am Dienstag vergangener Woche am Silphie- Feldtag auf Haus Düsse. Im ersten Jahr bildet die Silphie zudem nur eine bodenständige Rosette, sodass sie noch nicht erntewürdig ist und deswegen erst ab dem zweiten Jahr geerntet wird. Obwohl in den Folgejahren ein hohes Biomassepotenzial möglich ist, scheiterte der großflächige Anbau aufgrund der schlechten Keimfähigkeit und damit an der Wirtschaftlichkeit. Für diese Barrieren in Etablierung und Wirtschaftlichkeit konnten die Saatgutanbieter Metzler und Brod­mann Saaten GmbH in Zusammenarbeit mit dem Energiepark Hahnennest GmbH aus Baden-Württemberg praxistaugliche Lösungen finden.

Der Energiepark Hahnennest ist ein Zusammenschluss von vier landwirtschaftlichen Betrieben, die gemeinsam eine Biogasanlage betreiben. Unter dem Namen Donau-Silphie wird der Korbblütler als Untersaat im Mais angebaut. „So kann im ersten Jahr schon ein Ertrag durch den Mais generiert werden. Im Vergleich zur Reinsaat erzielt der Mais hierbei noch einen Ertrag von 70 bis 80 %“, erklärte Groß. Eine spezielle betriebsgeheime Saatgutbehandlung zusammen mit einer geeigneten Aussaat per pneumatischer Sämaschine erreichen unter normalen Anbaubedingungen einen gleichmäßigen Feldaufgang. Laut Groß übernehmen die Inhaber der Donau-Silphie das Aussäen und geben eine Bestandsgarantie für die Silphie.

Insgesamt entstehen Kosten von etwa 1950 €/ha. Die hohen Kosten im ersten Jahr relativieren sich allerdings über die eingesparten Arbeitsgänge zur Bodenbearbeitung und Aussaat in den darauffolgenden Jahren. „Eine Behandlung mit Stomp Aqua hat sich im ersten Anbaujahr bewährt“, so Groß. Ab dem zweiten Jahr sind keine Pflanzenschutzmittel mehr notwendig. In den Erntejahren wird im Frühjahr gedüngt. Dabei kann der Stickstoff entweder mineralisch oder organisch verabreicht werden. Die Düngung sollte jedoch relativ früh erfolgen, um Beschädigungen an den Schosstrieben gering zu halten.

Konkurrenzfähiger Ertrag

Die Ernte fällt in den Zeitraum Ende August bis Anfang September. „Natürlich muss man immer flexibel reagieren, so wie bei anderen Kulturen auch. Ein Maßstab ist jedoch die Anzahl der Blüten. Wenn sieben Knospen einer Pflanze geblüht haben, dann kann geerntet werden“, fügt Groß hinzu. Als Erntemaschine empfiehlt Groß einen Maishäcksler mit Direktschneidwerk und Seitenmessern. Abhängig vom Standort können Erträge von 13 bis 20 t TM/ha eingefahren werden.

Nach der Ernte findet die Silphie bisher vorrangig in Biogas­anlagen Verwendung. „Die Höhe der Gasausbeute ist stark abhängig vom Erntetermin“, teilte Groß mit. Eine Ausbeute von bis zu 700 l/kg organische Trockensubstanz (oTS) ist möglich. Der Anteil der Me­thanausbeute liegt dabei bei etwa 53%. Silphie hat somit eine 10% geringere Biogas­ausbeute als Mais. Bei zu spätem Erntetermin könne es aber durchaus zu 30% Gas­ertragsverlust kommen. „Ab einem gewissen Zeitpunkt lagert die Dauerkultur ihre Nährstoffe wieder in die Wurzel ein und organisches Material fängt an zu welken“, erläutert Groß. Zur Fütterung sei Silphie nur begrenzt möglich. Sie sei zwar nicht giftig, beinhalte jedoch Bitterstoffe, ergänzte Groß.

Aufgrund des reduzierten Aufwandes eignet sich die Kultur zudem für Kleinflächen, Waldrandlagen, Wasserschutzgebiete, Gewässerstreifen, Hanglagen und ungünstig zugeschnittene Feld­formen.

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