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Sie handeln aus Überzeugung

Michael und Heinrich Schwenk stehen im Finale des Wettbewerbs Energie-Genie. Foto: Leichhauer

Von außen betrachtet, bewirtschaften Vater und Sohn einen ganz "normalen" landwirtschaftlichen Betrieb: 75 ha, Wald, Gemüsebau und Ferkelaufzucht. Wer die guten Ideen und Leistungen rund um das Thema Energie sehen will, muss schon etwas genauer hinschauen.

Gemüse, Ferkelaufzucht und Energie

Zum Betrieb gehört neben mehreren PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 250 kW auch ein 600 kW Windrad. Das Holz aus dem eigenen Wald nutzt Familie Schwenk seit dem Jahr 2003 in einer Hackschnitzelheizung mit einer Leistung von 150 kW. Die Heizung passt gut in den Betrieb: Denn neben den Menschen in vier Wohneinheiten benötigen die Babyferkel im Aufzuchtstall eine Menge Wärme. "Wir haben bis vor zwölf Jahren rund 30.000 l Heizöl pro Jahr gebraucht", erzählt Heinrich Schwenk. "Das war enorm teuer und damit einfach unwirtschaftlich."

Obwohl die Heizung zuverlässig läuft, wurde ihre Leistung nach dem Anschluss von zwei weiteren Wohnhäusern zumindest an kalten Wintertagen knapp. "Holz haben wir genug", sagt Michael Schwenk. "Deshalb kam uns die Idee, einen Holzvergaser einzusetzen." Vater und Sohn entschieden sich für eine Anlage mit einer Leistung von 65 kWel und 120 kWth. Die Hackschnitzelheizung sollte nur noch zur Abdeckung von Lastspitzen dienen. Leider funktioniert der Holzvergaser zurzeit noch nicht störungsfrei. Schwenk steht im Gespräch mit dem Hersteller und hofft, dass sich das Problem kurzfristig lösen lässt.

Futteröl statt Treibstoff

Ein zusätzliches Standbein des Betriebes bildet eine Rapsölpresse. Rund 1.000 t Raps verarbeiten die Landwirte jährlich zu Öl. Den größten Teil des Öls verkaufen sie heute als Futteröl. Gedacht war es ursprünglich anders: "Wir haben die Presse 2006 in Betrieb genommen, um Treibstoff herzustellen", erklärt Heinrich Schwenk. Nach Einführung und Erhöhung der Energiesteuer wurde Pflanzenöl als Treibstoff zunehmend unwirtschaftlich. Der Absatz sank. "Diese Entwicklung konnten wir nicht vorhersehen", sagt Schwenk weiter, "das politische Hin und Her ist sehr ärgerlich."

Trotz aller Schwierigkeiten sind Vater und Sohn vom Einsatz erneuerbarer Energie überzeugt. "Für uns wäre es kein großer Schritt, uns von Strom- und Kraftstoffzukauf zu lösen und unsere Energieversorgung rein über erneuerbare Energieträger zu decken", erklären sie. stü


Den vollständigen Beitrag lesen Sie in Wochenblatt-Ausgabe 21/2015.