Schulze: Handlungsbedarf beim Artenschutz nicht nur in der Landwirtschaft

Vielfältige Ursachen erfordern vielfältige Maßnahmen: In Sachen Artenschutz gibt es laut Umweltministerin Svenja Schulze nicht nur in der Landwirtschaft Handlungsbedarf.

Für einen breiten Ansatz im Insektenschutz hat sich Bundesumweltministerin Svenja Schulzeausgesprochen. „Die Ursachen für das Insektensterben sind sehr vielfältig“, sagte die SPD-Politikerin nach dem Zweiten Runden Tisch Insektenschutz gestern (24. Juni) in Berlin. Handlungsbedarf bestehe nicht nur in der Landwirtschaft und auf den Agrarflächen, sondern auch in der Stadt und auf den Grünflächen.

Trendumkehr nur gemeinsam möglich

„Was hilft, ist nicht nur die Ausweitung von Pflanzen- und Biotopschutz, sondern auch weniger Lichtverschmutzung“, stellte die Ministerin fest. Nötig seien neben gezielt eingesetzten Finanzmitteln auch Forschung und neue Lösungen für den Insektenschutz. Die dringend notwendige Trendumkehr beim Rückgang der Insekten und ihrer Artenvielfalt gelinge nur gemeinsam. Deshalb sei für sie der fortlaufende Dialog mit allen für den Insektenschutz zentralen Akteuren wichtig.

Aktionsprogramm Insektenschutz

Schulze kündigte erneut an, die erforderlichen rechtlichen Neuregelungen, die sich aus dem Aktionsprogramm Insektenschutz ergeben, in einem Insektenschutzgesetz bündeln und zeitnah auf den Weg zu bringen. Als Artikelgesetz werde das Insektenschutzgesetz Regelungen enthalten gegen Lichtverschmutzung, zur Ausweitung des Biotopschutzes zum Beispiel auf artenreiches Grünland und Streuobstbestände, für Gewässerabstände bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sowie zur Stärkung der Landschaftsplanung.

Folgenabschätzung für Pflanzenschutzmittel-Verbote

Laut Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner besteht bei allen Akteuren die Einsicht, dass die Auswirkungen von Insektenschutzmaßnahmen auf die Landwirtschaft geprüft werden müssen, bevor sie zur Anwendung kommen. „Wir brauchen eine Folgenabschätzung, welche wirtschaftlichen Konsequenzen mit einem möglichen Verbot der Anwendung eines Pflanzenschutzmittels verbunden sind“, erklärte die CDU-Politikerin. Sie bekräftigte ihre Auffassung, dass finanzielle Einbußen der Landwirte ausgeglichen werden müssten. Außer Frage stehe für sie, dass Obst- und Gemüsebauern auch künftig die Möglichkeit haben müssen, gegen Schädlinge vorgehen können. Das gelte umso mehr, als im Zuge des Klimawandels mit dem Auftreten neuer Schädlinge gerechnet werden müsse.

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