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Photovoltaik

PV-Förderdeckel bald erreicht

Der Bau einer Photovoltaik-Anlage mit Eigennutzung des erzeugten Stroms rechnet sich in vielen Fällen - trotz sinkender EEG-Vergütung. Das zeigte die Photovoltaik-Tagung 2019 auf Haus Düsse.

Jetzt eine PV-Anlage bauen? Das könnte sich lohnen. Zwar sinkt die EEG-Vergütung, aber auch die Modulpreise sind gefallen: seit 2006 um rund 70%.

Die Einspeisevergütung sinkt und die gesetzlichen Rahmenbedingungen werden immer komplizierter. Dennoch: In den meisten Fällen ist der Bau einer neuen Photovoltaik (PV)-Anlage wirtschaftlich. Voraussetzung ist ein möglichst hoher Anteil an eigengenutztem Strom. „Die Kosten der Anlage und des Netzanschlusses haben einen wesentlich höheren Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit als die sinkende Vergütung“, sagte Elmar Brügger, Energieberater der Landwirtschaftskammer NRW im Rahmen der Photovoltaik-Tagung 2019, die in Ende Februar im Landwirtschaftszentrum Haus Düsse stattfand. Veranstalter waren neben der Landwirtschaftskammer das Zentrum für nachwachsende Rohstoffe (ZNR) sowie die EnergieAgentur.NRW.

Die Zeit zum Neubau drängt

Wer gerne eine PV-Anlage installieren möchte, sollte sich genau erkundigen und insbesondere, wenn schon eine oder mehrere ältere PV-Anlagen mit Eigenverbrauch in Betrieb sind, eine betriebsin­dividuelle Planung und Kalkula­tion vornehmen. Überlegt werden muss, ob die alte oder die neue Anlage vorrangig für den Eigenverbrauch genutzt werden soll. Auch das Messstellenkonzept muss in der Regel angepasst werden.

Viel Zeit sollten sich Interessenten jedoch nicht lassen: Bereits Ende 2018 waren in Deutschland fast 46 GW Photovoltaik-Leistung installiert. Die gesetzlichen Förderregeln sehen jedoch vor, dass neue PV-Anlagen nur bis zum Erreichen einer Gesamtkapazität von 52 GW eine Förderung, also die EEG-Einspeisevergütung erhalten. „Ich gehe davon aus, dass der Förderdeckel in absehbarer Zeit erreicht wird“, sagte Brügger.

Ein riesiges Potenzial

Wie es nach Erreichen des För­derdeckels weitergehen wird, ist offen. Carl-Georg von Buquoy, PV-Experte bei der EnergieAgentur.NRW geht jedoch davon aus, dass sich Möglichkeiten entwickeln werden, weiterhin erfolgreich neue PV-Anlagen zu betreiben. Das sei auch dringend notwendig. „Wir reden alle immer über Renditen, müssen aber auch schauen, was sonst noch passiert: Starkregen, Dürre, extreme Schneefälle“, sagte er. In den vergangenen 100 Jahren sei die Durchschnittstemperatur schon um fast 1,5 °C gestiegen. Würden wir so weitermachen wie bisher, stiege sie bis Ende des Jahrhunderts um 4,5 °C. „Dann können wir alle nach Dänemark ziehen, weil wir hier kein lebenswertes Terrain mehr haben“, sagte von Buquoy. Dabei könnte Photovoltaik viel: Nach einer Erhebung des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV 2018) könnten in NRW auf Dächern und Freiflächen zusammen rund 112 GW PV-Leistung installiert werden. Genug, um drei Viertel des Strombedarfs in NRW zu decken.

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