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Agravis-Mischfutter aus Minden

PCB jetzt auch im Schweinefutter

Die Lieferungen von Futtermitteln, die mit Poly­chlorierten Biphenylen (PCB) belastet sind, beschäftigen weiterhin die Behörden in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Ansicht des Agravis-Futtermittelwerkes in MInden.

Die Lieferungen von mit Poly­chlorierten Biphenylen (PCB) belasteten Futtermitteln beschäftigen weiterhin die Behörden in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Betroffen sind jetzt auch Schweinehalter. Wie das Essener Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) mitteilt, sind die Futter­lieferungen in Nordrhein-Westfalen an 75 Geflügelhalter und einen Schweinemastbetrieb gegangen. Die zuständigen Kreisbehörden seien umgehend informiert worden und hätten die Sperrungen der entsprechenden Betriebe veranlasst.

Als weitere Konsequenz mussten nach Angaben des Landesamtes Rücknahmen von Eiern aus dem Einzelhandel veranlasst werden. Betroffen seien bundesweit 112 Kunden, davon 92 in Nordrhein-Westfalen.

Die Lage in Niedersachsen

In Niedersachsen haben nach jüngstem Stand möglicherweise drei Schweinehalter kontaminiertes Futter erhalten. Das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebens­mittelsicherheit (LAVES) stelle nun Nachforschungen über den Verbleib und eventuell betroffene Tierbestände an. Es sind derzeit nur noch acht der ursprünglich 29 betroffenen geflügelhaltenden Betriebe in Niedersachsen gesperrt.

Wie berichtet, war es bei der ­Agravis Misch­futter Ost­westfalen-­Lippe GmbH durch Lackabsplitterungen in Verladesilos zu den Verunreinigungen mit nicht-dioxinähnlichen Poly­chlorierten Biphenylen (ndl-PCB) gekommen. Ein Pressesprecher der genossenschaftlichen Unternehmensgruppe mit Sitz in Münster teilte nun mit, dass im Mindener Werk in 32 Fertigwarenzellen "proaktiv" Untersuchungen vorgenommen worden seien. Nach "ersten Ergebnissen" sind demnach aus fünf Fertigwarenzellen belastete Futtermittel für verschiedene Nutztierarten in den Verkehr gelangt.

Die fünf Zellen seien gesperrt, eine schnellstmögliche Sanierung werde vorbereitet. Außerdem habe das Unternehmen die Lieferschein- und Artikel-Nummern der betroffenen Betriebe ergänzt, die in den vergangenen Wochen Ware aus den zwei weiteren nun ebenfalls als risikobehaftet identifizierten Fertigwarenzellen erhalten haben.

Agravis: "Zahl der gesperrten Betriebe könnte steigen"

Nach Auskunft von Agravis wurden vorsorglich acht weitere Produktionszellen gesperrt, um die vorhandenen Innenanstriche zu überprüfen. "Die Ergebnisse der dort entnommenen Futterproben waren sowohl in den vergangenen Jahren als auch aktuell unter den zulässigen Grenzwerten", heißt es von Seiten des genossenschaftlichen Unternehmens mit Sitz in Münster.

Die neuen Untersuchungen können zu einer weiter steigenden Zahl an Sperrungen landwirtschaftlicher Betriebe führen, bis sie jeweils einzeln überprüft sind. Laut Agravis sei "sichergestellt, dass keine Ware aus den gesperrten Fertigwarenzellen und Produktionszellen in den Verkehr gelangt".