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Agrarbloggercamp 2.0

Online-Bauern treffen sich in der analogen Welt

Beim zweiten Agrarbloggercamp trafen sich knapp 90 Agrarblogger aus ganz Deutschland in der analogen Welt. Zwei Tage hatten sie in Frankfurt die Gelegenheit sich abseits von Facebook, Twitter und Co auszutauschen.

Beim Agrarbloggercamp konnten sich die Landwirte beim Filmen selbst ausprobieren.

Von der dänischen Grenze im Norden bis zum Allgäu im Süden reisten am Donnerstag knapp 90 Agrarblogger zum zweiten Agrarbloggercamp nach Frankfurt. Zwei Tage lauschten sie Vorträgen zum Umgang mit Journalisten und besuchten Workshops zu den sozialen Medien. Im Fokus stand der Austausch und das Kennenlernen im analogen Leben.

Deutungshoheit zurückgewinnen

Matthias Süßen empfahl den Zuhörern sich online breit aufzustellen. "Das Internet kann mehr als eine Zeitung", sagte er. Der freie Journalist stellte zahlreiche zum Teil kostenfreie Tools vor, mit denen Blogger Informationen und Zahlen leserfreundlich aufbereiten können. Er beschwor auch, dass bewegte Bilder vor allem bei Facebook immer beliebter werden. Tipps und Tricks des Filmens mit dem Handy verriet er in einem Workshop.

Matthias Süßen zeigt, wie Blogger mit wenigen Schritten ein passables Video erstellen.

Laut Dr. Matthias Michael müssen die Landwirte wieder mehr agieren und nicht nur auf Skandale reagieren. "Ihr müsst die Deutungshoheit zurückgewinnen", sagte der Experte für Krisenkommunikation. Er empfahl den Landwirten, die "Märchen", die über sie erzählt werden, selbst zu entlarven. Für die Landwirtschaft bräuchte es wieder ein positives "Storytelling", wie er es Neudeutsch nannte.

In der abschließenden Podiumsdiskussion betonte die Mentalbäuerin Elke Pelz-Thaller, dass die Landwirte sich nicht nur untereinander vernetzen müssen. "Kommt raus aus der Glocke", versinnbildlichte sie. Es braucht gute Kontakte zu Journalisten, Verbrauchern und Entscheidungsträgern.

Podiumsdiskussion zum Thema: "Wie kommen wir aus unserer Blase?": Matthias Michael, Elke Pelz-Thaller, Matthias Süßen und Sönke Hauschild.

Idee aus den USA

Auch wenn das Camp in den Räumen der DLG war, wurde es von Nadine Henke (Brokser Sauen), Sönke Hauschild (Bauernverband Schleswig-Holstein), Rainer Winter (DLG) und Marcus Holtkötter (Bauer Holti) organisiert. Sie gründeten im Herbst letzten Jahres die Vereinigung AgChat Deutschland. „Abgeschaut haben wir uns die Idee von der AgChat Foundation in den USA“, erklärte Marcus Holtkötter. Ihnen liegt vor allem die Vernetzung der Landwirte am Herzen, die im Internet und den sozialen Medien aktiv sind.