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Öffentlichkeitsarbeit: Tipps für Tierfotos

So sieht ein gelungenes Bild aus: Das Ferkel steht, schaut mit wachem Blick in die Kamera und genug freier Boden ist auch zu sehen. Das findet der Verbraucher wichtig. (Foto: Holtkamp)

10.05.2017 . Bitte lächeln! – Das versteht natürlich kein Schwein. Einige Punkte sollten Landwirte aber beachten, wenn sie ihre Tiere zwecks Öffentlichkeitsarbeit in Szene setzen wollen. Das hat eine Studie aus Göttingen ergeben.

Mit Fotos aus dem Schweine­stall werben einige Landwirte auf Facebook und Co. für die moderne Tierhaltung. Doch Achtung: Landwirte und Verbraucher nehmen die Inhalte zum Teil sehr unterschiedlich wahr. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Göttingen. 

Studierende der Universität wurden je nach Bezug zur Landwirtschaft in „Landwirte“ und „Verbraucher“ eingeteilt. Beim Betrachten von Fotos erfasste ein sogenannter Eye-Tracker ihren Blickverlauf. Zusätzlich beantworteten die Probanden Fragen zu den Bildern. Aus der Studie lassen sich folgende praktische Tipps fürs Fotografieren im Stall ableiten: 

Was der Landwirt sieht, nimmt der Verbraucher anders wahr.

  • Liegende Tiere in einer Gruppe von Schweinen deuteten die Landwirte in der Studie als entspannt, die Verbraucher aber eher als müde oder krank. Daher sollten die Schweine auf Bildern am besten stehen!

  • Egal, was sonst alles noch auf dem Foto zu sehen war, die Verbraucher legten ihren Fokus stets zuerst auf die Körper der Schweine. Vor allem Gesichter zogen ihre Blicke magisch an. Bei der Bildauswahl gilt es daher, auf den „Gesichtsausdruck“ der Tiere zu achten. Dieser sollte keine negativen Gefühle beim Betrachter hervorrufen. Denn Verbraucher setzen tierische meist mit menschlichen Gefühlen gleich.

  • Auch wenn Verbraucher sich zuerst die Tiere anschauen, sollte auf Stallfotos genügend freie Bodenfläche zu sehen sein – besonders bei Spalten. Sonst entsteht schnell der Eindruck, den Tieren stünde nicht genug Platz zur Verfügung.

  • Unterschiede zwischen Bildern mit Teil- und Vollspaltenböden nahmen die Verbraucher kaum wahr. Um sie neugierig zu machen, müssen Fotos Unbekanntes enthalten – zum Beispiel einen Auslauf oder andere abwechslungs­reiche Stalleinrichtungen.

  • Einen Holzblock in einer Bucht mit Schweinen erkannten nur die Landwirte als Spielzeug für die Tiere. Die Verbraucher hingegen konnten das Holzstück überhaupt nicht einordnen. Bei veröffentlichten Bildern darf also auf keinen Fall die Erklärung fehlen, was darauf zu sehen ist!

  • Verbraucher ordnen neue Informationen immer in das System ein, was ihnen bekannt ist. Wer Fotos ins Internet stellt, sollte sich daher bewusst sein, dass normale Verbraucher naturgemäß einen anderen Wissensstand haben als ausgebildete Landwirte. Viktoria Schulze Lohoff, Mareike Schulte
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