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Landesmelkwettbewerb NRW

Die besten Melker stehen fest

Von Montag bis Mittwoch fand der Landesmelkwettbewerb auf Haus Düsse statt. 18 Fachschüler aus Nordrhein-Westfalen bewiesen ihr Können im Melkstand. Drei qualifizierten sich für die Teilnahme am Bundesmelkwettbewerb.

Melken unter strenger Beobachtung: Drei Prüfer hatten die Teilnehmer im Melkstand genau im Blick.

Johannes Raves (20) aus Issum-Sevelen ist der beste Melker Nordrhein-Westfalens. Dahinter platzierten sich Alexander Gerbe (21) aus Schmallenberg und Marleen Ruß (22) aus Emmerich.

Die Herausforderung des Landesmelkwettbewerbs, der von Montag (8.1.) bis Mittwoch (10.1.) im Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse stattfand, hieß: Bei hoher Geschwindigkeit Ruhe bewahren. Während vier Melkzeiten bewiesen die Teilnehmer ihr Können im Melk­stand. Dabei kam es nicht nur darauf an, in möglichst kurzer Zeit viel Milch zu melken, sondern auch die Gruppe ruhig zu halten, erklärte Andreas Pelzer, Leiter des Sachbereichs Rinderhaltung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Im Fokus stehe die Interaktion zwischen Mensch, Tier und Technik.

Vielseitige Bewertung

Jeder Teilnehmer melkte vier Mal einen Durchgang (sechs Kühe) und musste sich dabei den kritischen Blicken von drei Prüfern stellen. Die Bewertungsbögen umfassten unter anderem den Eindruck des Melkers (Bekleidung, Sauberkeit, Fingernägel), die Kontaktaufnahme und den Umgang mit der Kuh, das Reinigen und Anrüsten des Euters sowie das Ansetzen der Melkzeuge. Nach der automatischen Abnahme mussten die Teilnehmer kontrollieren, ob die Euter tatsächlich ausgemolken sind. Wenn bei dem Kontrollgemelk mehr als 200 ml ermolken wurden, gab es Punktabzüge. Weitere Bestandteile der Prüfung waren die Durchführung eines Schalmtests – einem Schnelltest zur Bestimmung des Milchzellgehaltes – sowie eine schriftliche Prüfung in der Fragen rund um Kuh und Milchqualität beantwortet werden mussten.

„Ziel des Wettbewerbs ist nicht nur, sich am Ende des Tages die Urkunde an die Wand zu hängen“, verdeutlichte Pelzer. „Die Junglandwirte schaffen sich ein Netzwerk, auf das sie noch lange zurückgreifen können.“ Ein weiterer Vorteil des Wettbewerbs sei die Sensibilisierung für standardisierte Abläufe während des Melkprozesses. „Auf vielen Betrieben melkt der Seniorchef anders als der Juniorchef und der melkt wiederum anders als der Aushilfsmelker“, so Pelzer. Für Kühe sei es wichtig, Routinen festzulegen. Das wirke sich positiv auf das Tierwohl und Eutergesundheit aus.

Medienrummel im Stall

Nicht nur die Teilnehmer profitieren von dem Wettbewerb, sondern auch die gesamte Milchbranche. Fernsehteams vom WDR und RTL drehten im Düsser Melkstand Beiträge über den Wettbewerb. Auch verschiedene Tageszeitungen berichteten in ihrem Medium. „Es geht auch darum nach außen zu tragen, dass Melken nicht nur Milchgewinnung ist, sondern dabei auch das Tierwohl im Mittelpunkt steht“, erklärte Pelzer.

Alle zwei Jahre findet der Landesmelkwettbewerb in NRW statt. Dabei qualifizieren sich die drei Gewinner für den Bundesmelkwettbewerb von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), der im April im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Echem in Niedersachsen stattfindet. Bei diesem Wettbewerb werden 36 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet sowie Melker aus der Schweiz, Österreich, Luxemburg und Belgien im Melkstand gegeneinander antreten.

Während der drei Tage auf Haus Düsse verbrachten die Teilnehmer nicht nur Zeit im Melkstand, sondern erhielten Einblick in die Versuchsställe, hörten Fachvorträge und besichtigten Milchviehbetriebe in der Region.

Weitere Informationen zu den Gewinnern lesen Sie im Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben, Folge 3/2018, vom 18. Januar 2018.