Corona auf Schlachtbetrieben in NRW?

NRW-Massentest beendet: 98 % der Schlachthof-Beschäftigten ohne Befund

17.500 Beschäftigte von Schlachtunternehmen wurden in NRW auf Corona-Virus untersucht. Das landesweite Ergebnis liegt jetzt vor - die Zahl der Infizierten ist erheblich niedriger als befürchtet.

Die Massentests nach Corona-Infizierten unter den Beschäftigten der NRW-Schlachtunternehmen ist abgeschlossen. Wie das NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales auf Anfrage des Wochenblattes mitteilte, wurden unter insgesamt 17.539 Beschäftigte in 91 Schlachtbetrieben Tests vorgenommen. Das Ergebnis: Bei 393 Personen wurde das Corona-Virus festgestellt. Das entspricht einem Anteil von 2,24 Prozent.

Die Untersuchungen wurden in den Labors der Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter des Landes sowie in weiteren amtlich beauftragten Labors vorgenommen. Verteilt auf die einzelnen Regierungsbezirke in NRW ergibt sich nach Angaben des Ministeriums das folgende Bild:

Bezirksregierung Münster
Schlachtbetriebe: 20 / Testungen: 4156 / Positiv: 352 (8,5 % der Testungen) / Negativ: 2.459

Bezirksregierung Arnsberg
Schlachtbetriebe: 8 / Testungen: 1.983 / Positiv: 30 (1,5 % der Testungen) / Negativ: 1.860

Bezirksregierung Düsseldorf
Schlachtbetriebe: 46 / Testungen: 1.801 / Positiv: 1 (0,06 & der Testungen) / Negativ: 1.524

Bezirksregierung Köln
Schlachtbetriebe: 5 / Testungen: 1.271 / Positiv: 6 (0,47 % der Testungen) / Negativ: 1.225

Bezirksregierung Detmold
Schlachtbetriebe: 12 / Testungen: 8.328 / Positiv: 4 (0,05 % der Testungen) / Negativ: 7.953.

(Prozentzahlen = eigene Berechnungen)

Kein Kommentar aus Düsseldorf

Von Seiten des Düsseldorfer Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales wurde dieses landesweite Ergebnis nicht kommentiert. Auch sind diese Zahlen derzeit nicht auf der Internetseite des Ministeriums zu finden.

Minister Laumann hatte den Massentest für alle Schlachtbetriebe in NRW angeordnet, nachdem sich die Zahl von corona-infizierten Beschäftigten in der ersten Mai-Woche im Westfleisch-Schlachthof in Coesfeld gehäuft hatten. Der Schlachtbetrieb war deswegen am 8. Mai vom Kreis Coesfeld stillgelegt worden. Laumann hatte unter anderem auf die lückenhaften Hygiene-Bedingungen in dem Betrieb hingewiesen, insbesondere aber auch auf die Wohnungssituation der meist mit Werkverträgen Beschäftigten sowie ihren Transport von den Wohnungen zum Schlachthof in Coesfeld sowie in der Schlachtbranche des Landes.

Auf den Vorwurf, der für NRW angeordnete Massentest stelle die Schlachtbranche unter Generalverdacht, hatte Laumann geantwortet: Er hoffe sehr, dass die landesweiten Kontrollen zeigten, dass alles in Ordnung sei. Die Situation rechtfertige sein gesundes Misstrauen. Er habe "den Schutz der Bevölkerung in den Mittelpunkt meiner Arbeit zu stellen und nicht die Interessen der Schlachtindustrie“.

Corona am Schlachthof Coesfeld

Westfleisch: Laumann zeigt klare Kante

vor von Gisbert Strotdrees

Während die Zahl der Infizierten in Coesfeld weiter steigt, fordert NRW-Gesundheitsminister Laumann von Westfleisch ein Hygienekonzept, statt sich vor Gericht zu verzetteln.

Mit einem dubiosen Geschäftspartner aus Dubai soll Westfleisch Millionenverluste im Chinageschäft gemacht haben. Die Genossenschaft bestreitet das.


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