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NABU lobt mehr Umweltbewusstsein

NABU-Präsident Olaf Tschimke bescheinigt den Landwirten, dass sie offener für Umweltbelange geworden sind. In der Agrarpolitik würde er auf eine Kombination aus gesetzlichen und freiwilligen Vorgaben setzen.

Umweltschutz gelingt nur, wenn die Landwirte ihn mit Herzblut betreiben ist Tschimpe überzeugt. Foto: Wobser

Ein verändertes Umweltbewusstsein bescheinigt der Präsident vom Naturschutzbund Deutschland (NABU), Olaf Tschimpke, der Landwirtschaft.

„Die Bauern sind offener geworden“, sagt Tschimpke in einem Interview mit Agra-Europe. Ausdrücklich weist er den Vorwurf zurück, der NABU wolle einzelne Landwirte „oder gar einen ganzen Berufsstand“ an den Pranger stellen.

Betriebsgröße nicht entscheidend

Umweltverträglichkeit ist für Tschimpke nicht von der Betriebsgröße abhängig. Man könne auch in Großbetrieben „anständig wirtschaften“. Gleichzeitig seien bäuerliche Strukturen jedoch für die Lebensfähigkeit einer Region von erheblicher Bedeutung. Als sein Leitbild nennt der NABU-Präsident den Ökolandbau, „weil dort in Kreisläufen gewirtschaftet wird“.

Pragmatisch äußerte sich der NABU-Präsident zum Spannungsfeld zwischen Ordnungsrecht und Anreizsystemen. Zwar gehe es nicht ohne „gewisse ordnungsrechtliche Standards“, um ein Mindestmaß und Natur- und Umweltverträglichkeit zu sichern.

Für alles, was zusätzlich erreicht werden solle, seien freiwillige Maßnahmen „gut und richtig“. Freiwilligkeit sei die Voraussetzung, „dass ein Landwirt eine Naturschutzmaßnahme mit Überzeugung und Herzblut durchführt“.

Ökologisierung gescheitert

Die mit der letzten EU-Agrarreform angestrebte stärkere Ökologisierung hält er für gescheitert. Das Greening bringe für die Umwelt „bei weitem nicht das, was wir uns davon versprochen haben“.

Einer künftigen Reform müsse die Einsicht zugrunde liegen, dass für eine Verteilung von Steuergeldern nach dem Gießkannenprinzip ohne konkrete Gegenleistungen beim Schutz von Gemeinwohlgütern kein gesellschaftlicher Konsens mehr zu erzielen sei. AgE