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Milchwirtschaft: Die Schonfrist ist vorbei

Dr. Phiipp Inderhees leitet das Nachhaltigkeitsmanagement beim DMK. Foto: DLG

Die Schonfrist für die Milchwirtschaft ist sicherlich vorbei.“ Diese Meinung vertrat Dr. Philipp Inderhees bei einer Diskussionsrunde zum Thema „Nachhaltige Milchproduktion“ anlässlich der Wintertagung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), die am Montag in München begann.

Der promovierte Agrarökonom leitet das Nachhaltigkeitsmanagement beim Deutschen Milchkontor (DMK). Er prognostizierte, dass sich die Milchwirtschaft künftig stärker mit ihrem Image beschäftigen müsse. Inderhees zitierte die Ergebnisse einer Verbraucherbefragung. Ergebnis: Die Befragten empfanden Stallhaltung von Kühen als naturfern und tierfeindlich, Weidehaltung dagegen als naturnah und tierfreundlich. Diese Diskrepanz hätten mittlerweile auch Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs), Medien und nicht zuletzt die Politik auf der Agenda. Erste Kampagnen von NGOs wie der Welttierschutzgesellschaft, die bessere Haltungsbedingungen für Milchkühe forderten, gebe es bereits.

Nachhaltigkeit betrifft Milcherzeuger

Diese Entwicklung ist laut Inderhees einer von vielen Gründen, warum sich die Milchwirtschaft mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. Das DMK beispielsweise habe im vergangenen Jahr ein Proragmm gestartet, bei dem das Unternehmen Nachhaltigkeitsziele in den fünf Bereichen Landwirtschaft, Umwelt, Milch, Team und Gesellschaft definiert hat. „50 % dieser Ziele betreffen direkt auch unsere Milcherzeuger“, sagte Inderhees. Er sehe Milchverarbeiter und Erzeuger als eine Einheit. „Wir können uns als Molkerei nicht nur auf die Milchverarbeitung konzentrieren“, erläuterte er. Schließlich wolle die Öffentlichkeit wissen, wie die Tiere gehalten und gefüttert werden

Maßnahmenpaket für Milcherzeuger und Molkerei

Derzeit erarbeite das DMK ein Maßnahmenpaket zur Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen. Dazu gehört laut Inderhees beispielsweise ein vom DMK initiierter Fütterungsversuch auf 25 Betrieben im Elbe-Weser-Dreieck. Die Frage, ob das DMK Mehrleistungen in Sachen Nachhaltigkeit honoriert, ist allerdings noch offen. DQ