Milchpreise im Laden steigen

Die Milchpreise in den Supermarktregalen sind in Bewegung geraten. Zum 1. November sind vielerorts neue Kontrakte zwischen Molkereien und Handelsunternehmen in Kraft getreten, die spürbare Preisanhebungen vorsehen. In der Branche spricht man von durchschnittlich 20 %, die für Trinkmilch, Sahne, Quark und Kondensmilch ausgehandelt worden sind. Auch bei Butter soll es nochmals kräftig aufwärts gehen.

Erwartet wurde Anfang der Woche, dass sich der Verkaufspreis für die preiswerteste frische oder ESL-Trinkmilch um 6 Cent/l, vielleicht auch um 7 Cent/l nach oben bewegt. Das würde zu Verkaufspreisen von mindestens 48 Cent/l für fettarme und 54 Cent/l für Vollmilch führen. Aldi Nord hat pünktlich zum Wochenbeginn genau diese Preise an die Regale geheftet. Bei Lidl und Edeka, so zeigten erste Marktbegehungen, blieben die Preise am Montag noch unverändert, lagen dann also unter dem Aldi-Niveau.

Die Eckpreise für Sahne und Kondensmilch, die bei den Verbrauchern nicht ganz so intensiv beobachtet werden wie die von Trinkmilch, Speisequark und Butter, sind ebenfalls zum Montag dieser Woche angehoben worden. 500 Gramm Speisequark kosten bei Aldi jetzt 55 Cent, vorher waren es 45 Cent. Auch Schlagsahne ist teurer geworden. Jetzt werden für 200 g (30 % Fett) 35 Cent verlangt. Butter ist erst vor wenigen Wochen im Preis angezogen, soll aber nun nochmals teurer werden. Die Verhandlungen laufen zum Teil noch. Auch hier ist Aldi Nord Vorreiter mit einem Endverbraucherpreis von 99 Cent seit Montag dieser Woche.

Festzuhalten bleibt trotz aller positiven Signale, dass auch nach der jüngsten Preisrunde das Niveau noch weit von dem entfernt ist, was 2007 Wirklichkeit war. Damals mussten im Einzelhandel für ein Päckchen Butter 1,19 € und für einen Liter frische Trinkmilch deutlich mehr als 60 Cent bezahlt werden.

Die Auswirkungen der neuen Kontrakte auf die Milcherzeugerpreise werden sich mit der Auszahlung des November-Milchgeldes im Dezember auf den Molkereiabrechnungen zeigen. Je nach Produkt-sortiment des Verarbeiters haben die neuen Preise unterschiedlich starken Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Unternehmen. Für September lagen die Basispreise der in Nordrhein-Westfalen tätigen Molkereigenossenschaften zwischen 20 Cent/kg und 24,5 Cent/kg – weit weg von ökonomisch interessanten Werten für die Milchbauern. ri


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