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Milchpreis: Ungebremst abwärts?

Selbst der modernste digitale Helfer kann nicht voraussagen, wie sich der Milchpreis entwickeln wird. Foto: Quinckhardt



Die Verwertungsmöglichkeiten der Milch über Butter und Magermilchpulver haben sich spürbar verschlechtert und den Rohmilchpreis unter die Marke von 25 Cent gedrückt. Wie aus Berechnungen des Kieler Informations- und Forschungszentrums für Ernährungswirtschaft (ife) hervorgeht, lag der Rohstoffwert für ein Kilogramm Standardmilch ab Hof mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß nach Abzug der Erfassungskosten von 1,4 Cent im Mai nur noch bei 24,9 Cent und damit auf einem neuen Jahrestiefstand.

Im Vergleich zum Vormonat April verringerte sich der kalkulierte Milchwert um 2,7 Cent/kg oder 9,8 %, gegenüber dem Märzniveau um 5,2 Cent oder 17,3 %. Im Vorjahr ließ sich die Rohmilch über den Verkauf von Butter und Magermilchpulver noch mit 36,4 Cent/kg verwerten.

Butter und Magermilchulver weniger gefragt

Verantwortlich für den Rückgang im Mai sind der Notierungseinbruch am Buttermarkt und eine verschlechterte Verwertung der Milch für die Pulverherstellung.

  • Butter: Den Kieler Marktanalysten zufolge sank der Butterpreis gegenüber April um 30,40 €/100 kg oder 9,3 % auf 296,40 €/100 kg. Dadurch verschlechterte sich die Verwertung der eingesetzten Rohmilch über die Fettkomponente um 1,4 Cent/kg und lag zuletzt bei 12,7 Cent/kg.
  • Magermilchpulver: Das Trockenmilcherzeugnis wurde im Mai mit einem Durchschnittspreis von 175,30 Euro/100 kg notiert, 7 % weniger als im Vormonat. Umgerechnet auf die in der Pulverherstellung eingesetzte Rohmilch ergab sich damit eine um 1,3 Cent/kg auf 13,6 Cent/kg verschlechterte Verwertung.

Notierungen am internationalen Milchmarkt

Auch am internationalen Milchmarkt bewegen sich derzeit die Milchpreise ungebremst abwärts. Bei der Auktion an der internationalen Handelsbörse Global Dairy Trade (GDT) ging es mit den Notierungen der sieben dort gehandelten Standarderzeugnisse ohne Ausnahme nach unten. Der zusammenfassende Preisindex gab gegenüber der Versteigerung von Mitte Mai um 4,3 % nach.

Bei der jüngsten Handelsrunde standen die Preise für Butter am stärksten unter Druck. Das vom Handelsvolumen her wichtigere Vollmilchpulver ließ sich über Qualitäten und Lieferzeiten hinweg im Durchschnitt für umgerechnet 2110 €/t verkaufen, nicht einmal halb so viel wie vor einem Jahr.

Bei Magermilchpulver ging der Verkaufserlös an der GDT gegenüber der Handelsrunde vor zwei Wochen um 1,3 % auf umgerechnet 1811 €/t zurück – dem tiefsten Durchschnittspreis seit Aufnahme des Produktes an der GDT im März 2010. AgE