Kriseninstrumente Milchmarkt

Milchmengenreduktion versus Private Lagerhaltung

Milchmengenreduktion oder Private Lagerhaltung? Was bewirkt welches Mittel?

Die EU hat angekündigt, eventuell Mittel für die Private Lagerhaltung (PLH) zur Verfügung zu stellen. Das führt zu der Frage, welche Wirkung die im Raum stehenden 30 Mio. € entfalten können. Die Landesvereinigung für Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN) vergleicht die Auswirkungen der PLH gegenüber einer Förderung der direkten Mengenreduktion auf die Milchmengen EU-weit. Mit Hilfe verschiedener Rechnungen beleuchtet die LVN die Zahlen und Risiken der beiden Maßnahmen.

Ausgangssituation:

Die EU hat angekündigt folgende Mittel für die Stützung der PLH bereitstellen zu wollen:

  • 90.000 t Milchpulver: 6 Mio. €
  • 100.000 t Käse: 10 Mio. €
  • 140.000 t Butter: 14 Mio. €

Potential der Mengenreduktion:

Wie viel der Milchmenge könnte mit diesem Betrag reduziert werden, wenn, ähnlich wie beim freiwilligen Reduktionsprogramm (2016), 14 Cent/kg Beihilfen an die Erzeuger gezahlt würden, die ihre Menge reduzieren?

Die Mittel würden EU-weit für eine Mengenreduktion von rund 215.000 t ausreichen.

Wird für die EU eine Gesamtmilchmenge von rund 160 Mio. t angenommen, würden lediglich 0,15 % weniger Milch in der EU produziert. Ein Budget in Höhe von 30 Mio. € könnte das Milchaufkommen der EU also nicht nennenswert reduzieren.

Potential der PLH:

Die Nutzung der PLH mit den vorgeschlagenen Mengen würde 4.150.000 t Milchäquivalente beinhalten (Milchmenge, die zur Herstellung des jeweiligen Produktes benötigt wird). Das heißt mit einer Stützung der PLH von 30 Mio. € kann die Milchwirtschaft temporär rund 4.150.000 t Milch bzw. 2,59 % der Milchanlieferung der EU in Form von Milchprodukten in Zeiten steigender Anlieferung vom Markt nehmen und damit den Marktdruck reduzieren. Im Unterschied zur Mengenreduktion verbleibt die Ware bei der PLH aber auf dem Markt. Das bedeutet, dass diese Ware zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf den Markt drückt.

Sollte hingegen das Milchangebot der EU um 2,6 % mit einer Förderung von 14 Ct/kg verringert werden, würde dies etwa 582 Mio. € kosten.

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