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Trends und Prognosen

Märkte 2020: Getreidemarkt Digital Plus

Unter der Überschrift "Märkte 2020" blicken wir auf die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte: Wie sind die Prognosen, wie wird sich der Markt entwickeln? Unser Blick auf den Getreidemarkt zeigt: viel Weizen, wenig Raps.

Die Getreidemärkte sind weltweit gut versorgt. Das gilt sowohl für Weizen als auch für Gerste. Nur beim Mais liegt die Ernte spürbar unter der des Vorjahres.

Ende November zeigten sich die Kurse für Brotweizen und Gerste relativ stabil. Hauptkäufer am heimischen Markt bleibt die Mischfutterindustrie in den Veredlungsregionen. Die Mühlen in NRW kauften Ende November nur noch ganz vereinzelt etwas Backweizen oder Brotroggen zu.

Weizenexporte gesteigert

Die Preise am Kassamarkt für Brotweizen und Brotroggen tendieren insgesamt stabil. Insbesondere beim vorderen Bedarf ist Ware ­relativ teuer. Die Mühlen haben schon das zweite Halbjahr des laufenden Wirtschaftsjahres 2019/20 im Blick. Aufgrund fehlender Mehlgeschäfte kommt es noch nicht zum Abschluss von Neugeschäften.

Mittlerweile agiert auch die Mischfutterindustrie etwas verhaltener am Markt für Futtergetreide. Da die Preisdifferenz zwischen dem vorderen Termin und dem Termingeschäft im neuen Jahr (Januar/Juni) relativ gering ist, verschieben die Verarbeiter ihre geplanten Geschäftsabschlüsse auf das neue Jahr.

Kunden auf dem Weichweizenmarkt

Die Weichweizenexporte laufen rund. Bis Anfang November 2019 hat die Europäische Union rund 8,8 Mio. t Weichweizen in Drittländer exportiert. Das sind 50 % mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Die EU-Kommission rechnet zwar nicht damit, dass dieses Tempo in den nächsten ­Wochen zu halten sein wird. Dennoch hat sie Ende Oktober ihre ­Export-Prognose nach oben ge-setzt und geht jetzt 2019/20 von...

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Ende November zeigten sich die Kurse für Brotweizen und Gerste relativ stabil. Hauptkäufer am heimischen Markt bleibt die Mischfutterindustrie in den Veredlungsregionen. Die Mühlen in NRW kauften Ende November nur noch ganz vereinzelt etwas Backweizen oder Brotroggen zu. Weizenexporte gesteigert Die Preise am Kassamarkt für Brotweizen und Brotroggen tendieren insgesamt stabil. Insbesondere beim vorderen Bedarf ist Ware ­relativ teuer. Die Mühlen haben schon das zweite Halbjahr des laufenden Wirtschaftsjahres 2019/20 im Blick. Aufgrund fehlender Mehlgeschäfte kommt es noch nicht zum Abschluss von Neugeschäften. Mittlerweile agiert auch die Mischfutterindustrie etwas verhaltener am Markt für Futtergetreide. Da die Preisdifferenz zwischen dem vorderen Termin und dem Termingeschäft im neuen Jahr (Januar/Juni) relativ gering ist, verschieben die Verarbeiter ihre geplanten Geschäftsabschlüsse auf das neue Jahr. Kunden auf dem Weichweizenmarkt Die Weichweizenexporte laufen rund. Bis Anfang November 2019 hat die Europäische Union rund 8,8 Mio. t Weichweizen in Drittländer exportiert. Das sind 50 % mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Die EU-Kommission rechnet zwar nicht damit, dass dieses Tempo in den nächsten ­Wochen zu halten sein wird. Dennoch hat sie Ende Oktober ihre ­Export-Prognose nach oben ge-setzt und geht jetzt 2019/20 von EU-Weichweizenexporten von 26 Mio. t aus. Diese Menge wäre 21 % höher als in der vorherigen Saison. Gut die Hälfte der aktuellen EU-Weichweizenexporte stammt aus Rumänien und Frankreich. Rumänien ist erfolgreich auf dem global führenden Absatzmarkt Ägypten. Auch die Franzosen nutzen dort ihre Chancen. Außerdem verkauft Frankreich umfangreich Weizen in Algerien. Das nordafrikanische Land ist traditionell größter Käufer von EU-Weizen. Ein weiterer wichtiger Kunde ist in dieser Saison Saudi-Arabien. Hier können besonders die baltischen Länder und Deutschland punkten. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) geht in seinem November-Report von einem gut versorgten Weizenmarkt aus. Die weltweite Weizenerzeugung wird nun mit 765,6 Mio. t angegeben, die Ernteschätzung für die Europäische Union liegt aktuell bei 153 Mio. t. Das russische ­Agrarministerium bezifferte am 18. November die bisher eingefahrene Weizenernte auf 77,9 Mio. t, 4,5 Mio. t mehr als zur gleichen Zeit im vergangenen Jahr. Für die USA dagegen wurde die Ernteschätzung bei Weizen um 1,1 Mio. t auf 52,3 Mio. t gekürzt. Der globalen Weizenerzeugung steht ein globaler Verbrauch von 755  Mio.  t gegenüber, was zu einem Anstieg der Weizen-Endbestände auf eine Rekordhöhe von 288 Mio. t führt. Laut USDA soll die weltweite Maiserzeugung 1102,2 Mio. t erreichen und damit deutlich unter der des Wirtschaftsjahres 2018/19 (1125 Mio. t) liegen. Auch für die EU wurde die Maiserzeugung geringfügig auf 64,6 Mio. t gekürzt. Besonders positiv schneidet die Gerste 2019/20 ab. Das USDA schätzt die weltweite Produktion und den Verbrauch auf ein Niveau wie zuletzt vor 25 Jahren. Insgesamt sollen weltweit 155,84 Mio. t Gerste erzeugt werden, der Verbrauch soll 152,18 Mio. t erreichen und die Gersten-Endbestände liegen dann knapp über 21 Mio. t. Raps: Noch einmal rückwärts Anders als bei Getreide wird auch im laufenden Wirtschaftsjahr 2019/20 der Rapsmarkt knapp versorgt bleiben. In seinem November-Bericht hat das USDA die Rapserzeugung der EU um 200  000 t auf 17 Mio. t nach unten korrigiert. Damit liegt die EU-Rapsernte noch einmal um 3 Mio. t unterhalb des Vorjahres. Der Verbrauch soll bei 22,9 Mio. t liegen. Nach Zahlen der EU-Kommission hat die Europäische Union bis ­Anfang November 2019 bereits 3 Mio. t Raps importiert. Dies ist das Doppelte der Vorjahresmenge. In den vergangenen Jahren waren vor allem die Ukraine und Australien wichtige Lieferanten für die Versorgung der europäischen Ölmühlen. Fast die komplette ukrainische Rapsernte in Höhe von 2,7 Mio. t geht in den Export. Weltweit sieht das USDA die Rapsernte bei 68,6 Mio. t. Dies sind 3,3 Mio. t weniger als 2018 und 6,3 Mio. t weniger als 2017. Bei einem Verbrauch von 69,9 Mio. t schätzt Washington die weltweiten Rapsvorräte zum 30. Juni 2020 auf 6,6 Mio. t (Vorjahr: 8,2 Mio. t). Diese Zahlen zeigen, dass Raps nicht nur in der Europäischen ­Union, sondern auch weltweit knapp wird. Mehr zum Thema: