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Ferkelkastration

Letzter Aufschub bis Ende 2020

Bereits vor Wochen hat die Große Koalition beschlossen, die Kastration von Ferkeln ohne Betäubung für weitere zwei Jahre zu dulden. Nun liegt ein Gesetzentwurf vor, der am Mittwoch im Kabinett verabschiedet und anschließend im Bundestag beraten wird.

Die Kastration von Ferkeln ist seit Jahren umstritten.

Die Koalition drückt bei der Ferkelkastration jetzt aufs Tempo. Die angestrebte zweijährige Verlängerung für das Verbot der betäubungslosen Kastration soll in der kommenden Woche in den Bundestag eingebracht werden. Am Mittwoch soll ein entsprechender Entwurf zur Änderung des Tierschutzgesetzes vom Bundeskabinett beschlossen werden.

Ziel der Verlängerung der Übergangsfrist sei es, die Voraussetzung für die Anwendung der bestehenden schmerzfreien Methoden zur Ferkelkastration durch die Sauenhalter zu schaffen und dadurch eine Strukturveränderung in der Schweinehaltung und das Einbrechen der Ferkelproduktion in Deutschland zu vermeiden, heißt es in der Begründung. Eine letztmalige Verlängerung der Übergangsfrist bis längstens 31. Dezember 2020 sei unumgänglich.

Die Verbraucher informieren, die Landwirte schulen

Die Bundesregierung wird zur Durchführung von Aufklärungskampagnen aufgefordert, um eine größere Akzeptanz der alternativen Verfahren zur betäubungslosen Ferkelkastration bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern herzustellen. Die arzneimittelrechtliche Zulassung von Tierarzneimitteln für die Betäubung sei vorrangig zu bearbeiten. Isofluran müsse für die Inhalations-Narkose unverzüglich flächendeckend zur Verfügung stehen. Zudem soll die Regierung darauf hinwirken, dass bis zum 30. Juni 2019 die Anschaffung von Narkosegeräten für die Ferkelerzeuger möglich ist.

Bis Mitte nächsten Jahres sollen in Abstimmung mit den Tierärzten Schulungsprogramme für die Landwirte zur Durchführung alternative Verfahren und Methoden zur betäubungslosen Ferkelkastration erstellt und ab 1. September 2019 angeboten werden können. Zudem soll die Regierung dem Ernährungsausschuss über die Fortschritte zur Einführung alternativer Verfahren und Methoden zur betäubungslosen Ferkelkastration berichten.