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Landwirtschaft "zu wichtig für den Landwirtschaftsminister"

Ein Zusammenschluss europäischer Umweltverbände nimmt die Gemeinsame Agrarpolitik ins Visier. Sie ruft Unternehmen zur Teilnahme auf und überreichte einen Forderungskatalog an Umweltministerin Hendricks.

Europäische Umweltverbände haben Forderungen an die künftige Agrarpolitik formuliert. Foto: Asbrand

„Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU ist gescheitert. Sie verhindert weder Arten- noch Höfesterben. Landwirte, Verbraucher und Natur haben eine bessere Landwirtschaftspolitik verdient.“

So wirbt der Naturschutzbund (Nabu) führ die Initiative „LivingLand“. Gemeinsam mit BirdLife Europe, dem Europäischen Umweltbüro und dem WWF wollen sie eine Reform der europäischen Landwirtschaft vorantreiben. Ihre Forderungen überreichten sie in der letzten Märzwochen an Umweltministerin Barbara Hendricks.

„Agrarpolitik geht alle an. Nicht nur für Verbraucher, Steuerzahler, Bauern und den Lebensmittelhandel steht viel auf dem Spiel, wenn die Landwirtschaftsförderung nach 2020 verhandelt wird. Auch unser europäisches Naturerbe und das Klima sind betroffen“, sagte der Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), Olaf Tschimpke.

Einfluss auf die Agrarpolitik nehmen

Das Thema sei zu wichtig, um es alleine Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt und anderen Agrarpolitikern zu überlassen, so Tschimpke weiter. Er rief alle an der EU-Agrarreform interessierten Verbände und Unternehmen dazu auf, sich spätestens bis Ende April der „LivingLand“-Initiative anzuschließen. Damit könne Einfluss genommen werden auf die Vorschläge des EU-Agrarkommissars Phil Hogan, die für November 2017 erwartet werden, so Tschimpke.

In Deutschland engagieren sich in ihr unter anderem der BUND, der Deutsche Naturschutzring (DNR), der NABU und der WWF Deutschland. Die Initiatoren beziffern die Zahl der Unterstützer auf fast 200 Untenehmen. Dazu gehören Alnatura, der Kosmos Verlag und Veolia Deutschland sowie kleiner und mittelständischer Unternehmen aus den Bereichen Ernährung, Kosmetik, Wissenschaft, Medien und Tourismus.

Forderungen noch 2017 einbringen

29 Verbände haben gemeinsame Forderungen an die bevorstehende Reform der EU-Agrarpolitik und an die Umsetzung in Deutschland erarbeitet. Sie fordern eine grundlegend neue Ausrichtung der Förderpolitik sowie weitreichende Änderungen in der so genannten Agrarmarktordnung der EU und im Fachrecht. Zudem rufen sie Bund und Länder zu einer anderen Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in Deutschland und zu entsprechenden Beschlüsse noch im Jahr 2017 auf.

Stellvertretend für das Bündnis werden der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) Felix Prinz zu Löwenstein, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Martin Schulz, der Leiter Politikabteilung von Brot für die Welt, Klaus Seitz sowie der Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Kai Niebert am Mittwoch bei Hendricks vorsprechen. Der Titel des Positionspapiers lautet „Für eine gesellschaftlich unterstützte Landwirtschaftspolitik“. CG

Quelle: topagrar