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„Land schafft Verbindung“: Streithähne sind versöhnt

„Land schafft Verbindung“ ist wieder vereint. Mit gebündelten Kräften plant die Organisation nun bundesweite Strukturen und weitere Demos. Am 25. November gibt es in NRW eine Staffelfahrt durch sechs Städte.

Mit Polizeibegleitung, aber friedlich, liefen die Schlepperdemos am 22. Oktober ab. Für den 26. November plant „Land schafft Verbindung“ eine weitere Demo in Berlin. Am Vortag soll es eine Staffelfahrt geben – auch in NRW.

Die Nachricht verbreitete sich am Sonntagabend wie ein Lauffeuer in Facebook und WhatsApp: Die zwei Strömungen von „Land schafft Verbindung“ vereinen sich und sprechen wieder mit einer Stimme. In den Kommentaren und Reaktionen gab es viel Lob und Zuspruch dafür.

Was war passiert?

Die Landwirtsfrau Maike Schulz-Broers hatte am 1. Oktober die Facebookgruppe „Land schafft Verbindung“ gegründet. Am 22. Oktober brachte die Gruppe Tausende Schlepper und Zehntausende Bauern bei den bundesweiten Protesten auf die Straße.

Danach gab es Streit im Organi­sationsteam. Die Gruppe spaltete sich auf in „Land schafft Verbindung – das Original“ um Maike Schulz-Broers und „Land schafft Verbindung – Deutschland“ um Dirk Andresen aus Schleswig-Holstein.

Am Sonntag hatte „Land schafft Verbindung – Deutschland“ ein Treffen mit Mitgliedern aus mehreren Bundesländern in Hannover organisiert. Maike Schulz-Broers vom „anderen Lager“ war auch eingeladen. Es kam zur Versöhnung. „Es war ein intensives Gespräch. Wir haben vieles klar­gestellt und Missverständnisse ausgeräumt“, sagt Dirk Andresen gegenüber dem Wochenblatt. Maike Schulz-Broers bestätigt das.

Ehrensitz für Schulz-Broers

Vereinbart haben sie, dass sie nun unverzüglich die beiden Facebookseiten von „Land schafft Verbindung“ wieder zusammen­führen. Die Ergänzungen „Das ­Original“ sowie „Deutschland“ entfallen. Zudem tritt Maike Schulz-Broers sämtliche Rechte an „Land schafft Verbindung“ ab.

Im Gegenzug erhält die Initiatorin der Bewegung einen Ehrensitz im bundesweiten Orgateam. Die Laufzeit bestimmt sie. Alle Entscheidungen sollen künftig demokratisch fallen, das heißt mit einer Zweidrittel-Mehrheit.

Bundesweite Strukturen

Mit dem bundesweiten Orgateam will sich die junge Organisation gerade Strukturen erarbeiten. Jedes Bundesland ernennt bzw. wählt zunächst einen Landesvertreter. Diese sollen das Bundesorgateam bilden. Die Bundesländer sollen dabei in Abhängigkeit der Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe unterschiedlich viele Stimmen haben. Ihre Belange sollen sie selbstständig regeln.

Weil das noch dauert, haben die rund 50 anwesenden Teilnehmer in Hannover einen kommissarischen Beirat gewählt. Dieser besteht aus 14 Vertretern aus den Bundesländern sowie dem Ehrensitz von Maike Schulz-Broers. Das geht aus dem Protokoll hervor, das dem Wochenblatt vorliegt.

Mit vereinten Kräften wollen sie nun die nächsten Aktionen an­gehen: Am Donnerstag dieser Woche (14.  November) beteiligt sich „Land schafft Verbindung“ an den Demonstrationen zur Umweltministerkonferenz, die andere Organisationen und Verbände ange­stoßen haben.

Am 26. November plant die Organisation eine eigene Demonstration am Brandenburger Tor in Berlin. Anfang Dezember soll es ein weiteres Gespräch mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner geben.

Schlepper in NRW-Städte

„Wir sind aber keine Konkurrenz zum Bauernverband“, verdeutlicht Georg Biedemann aus Kevelaer. Der Sauenhalter ist gemeinsam mit Ansgar Tubes Landessprecher für Nordrhein-Westfalen. Ihre Stellvertreter sind Frank Kisfeld, Christin Plett und Arne Jordans.

Sie planen für Montag, den 25. November – also unmittelbar vor der Demo in Berlin – eine Staffelfahrt durch NRW. Diese soll in Bonn starten und durch die Städte Köln, Düsseldorf, Essen, Dortmund und Bielefeld rollen. Dann soll die „Übergabe“ an Niedersachsen erfolgen. „Die Botschaften, die wir bis dahin einsammeln, gelangen somit noch bis nach Berlin“, sagt Georg Biedemann.

Er rechnet mit einer starken Beteiligung. Zudem hätten bereits mehr als 150 Personen aus NRW zugesagt, mit dem Schlepper nach Berlin zu fahren. Viele weitere würden mit Bussen oder Zügen in die Hauptstadt reisen. Biedemann: „An diesen Tagen bleibt kein Bauer auf dem Hof!“

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