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Jäger diskutieren bei den „Grünen“

Vor dem Rathaus in Mechernich demonstrierten etwa 100 Jäger, Grundeigentümer, Forst- und Landwirte gegen das geplante Landesjagdgesetz. Foto: Pröbsting



"Ich bin Grüne und mein Mann ist Jäger und das ist gut so.“ Mit diesen Worten begrüßte Nathalie Konias am Montagabend die über 200 Teilnehmer einer Diskussionsrunde zur Jagdrechtsnovelle in NRW. Nathalie Konias ist Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Euskirchen und hatte diese Veranstaltung im Rathaus in Mechernich gemeinsam mit der SPD des Kreises organisiert. „Mit dieser Diskussion möchte ich eine Plattform bieten, auf der alle Beteiligten einander zuhören und sachlich ihre Positionen austauschen“, berichtete Konias.

Es ist ungewöhnlich, dass die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ und die SPD das meist von CDU und FDP besetzte Thema „Jagd“ so offensiv angehen. Das Interesse an der mit zwei Landtagsabgeordneten, zwei Jägern, einem Naturschützer und einem Forstwirt hochkarätig und ausgeglichen besetzten Veranstaltung war groß. Allerdings stellten nicht den Grünen oder der SPD nahe stehenden Personen die Mehrheit im Publikum. Etwa 80 % der Teilnehmer waren Jäger und Landwirte. So ergab sich eine kontroverse, in Teilen hitzige Diskussion, die vom Journalisten Manfred Lang geleitet wurde.

Hier sind zwei der diskutierten Aspekte:

Änderungen: Norwich Rüße, Landtagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen machte immer wieder deutlich, dass der derzeit vorliegende Entwurf des Landesjagdgesetzes ein Kompromiss ist. Nicht nur Jäger, sondern auch Naturschutzverbände müssten Zugeständnisse bei ihren Forderungen machen.

Auch seien noch Änderungen im Gesetzestext möglich und von einigen Interessensgruppen gewünscht, nicht nur von den Jägern. „Für uns ist das Ökologische Jagdgesetz noch nicht ganz rundgeschliffen“, sagte Norbert Meesters, Landtagsabgeordneter der SPD. Als nächstes steht die Expertenanhörung im Umweltausschuss am 22. Januar an.

Bau- und Fallenjagd:
Holger Sticht vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) NRW zeigte sich erfreut, dass die Baujagd aus Tierschutzgründen eingestellt wird. Er sprach sich für ein generelles Jagdverbot von Fuchs und Dachs aus. Denn es gebe tierrechtlich keinen vernünftigen Grund, dieses Wild zu jagen. Schließlich werde es nicht verwertet. Sticht möchte auch die Fallenjagd aus Tierschutzgründen abschaffen.

Norbert Meesters ist mit dem Kompromiss der Zulassung von Lebendfangfallen zufrieden. Er wies darauf hin, dass die Untere Jagdbehörde das Verbot der Baujagd aufheben kann. Deshalb bleibe auch die Ausbildung von Jagdhunden an der Schliefenanlage erlaubt. „Für mich persönlich wäre es ein guter Kompromiss, die Jagd auf den Fuchs am Kunstbau zu erlauben“, ergänzte SPD-Politiker Meesters. Doch er könne nicht versprechen, dass er dieses durchsetzen kann. Prö

Den ausführlichen Bericht zur Veranstaltung lesen Sie in Wochenblatt-Folge 3/2015.